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S&P 500 bei 9.000 Punkten? Evercore ISI sieht weiteres Potenzial

Stratege Julian Emanuel hält ein Überschießen des S&P 500 auf 9.000 Punkte in den nächsten zwölf Monaten für realistisch.

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S&P 500 bei 9.000 Punkten? Evercore ISI sieht weiteres Potenzial

Julian Emanuel, Stratege bei Evercore ISI, sieht den laufenden Bullenmarkt noch lange nicht am Ende. In einer Mitteilung an Kunden vom Sonntag schrieb er, der langfristige Trend am Aktienmarkt zeige weiter nach oben – mit dem Potenzial für ein durch „Fear of Missing Out" (FOMO) getriebenes Überschießen. Sein optimistisches Kursziel: 9.000 Punkte für den S&P 500 innerhalb der nächsten zwölf Monate.

Der S&P 500 schloss zuletzt bei 7.785,76 Punkten. Um die Marke von 9.000 zu erreichen, müsste der Index noch rund 16 Prozent zulegen. Emanuels Basisszenario liegt mit 7.750 Punkten deutlich konservativer – also in etwa auf dem aktuellen Niveau. Das Ziel von 9.000 stellt damit ein ausgeprägtes Aufwärtsszenario dar, das von einer anhaltenden FOMO-Dynamik unter Anlegern abhängt.

Keine klassischen Warnsignale in Sicht

Emanuel begründet seinen Optimismus damit, dass die typischen Merkmale eines Bullenmarktendes derzeit nicht erkennbar seien. „Die traditionellen Elemente, die einen Bullenmarkt beenden, sind nicht erkennbar – Rezession, sprunghaft ansteigende Renditen am langen Ende, tiefgreifende FOMO bei Anlegern und/oder an den Kapitalmärkten", schrieb er. Diese Faktoren hätten in der Vergangenheit häufig das Ende von Aufwärtsphasen eingeleitet – ihr Fehlen spreche für eine Fortsetzung der Rally.

Zudem verweist der Stratege auf die deutlich breitere Diversifikation der Anleger im Vergleich zur Zeit vor dem Platzen der Dotcom-Blase um die Jahrtausendwende. Wer die Lehren aus dem Jahr 2000 gezogen habe, strebe heute nach Diversifikation – selbst wenn die Indizes neue Höchststände erreichten. Dies mache den Markt widerstandsfähiger gegenüber einem abrupten Einbruch.

Ein weiteres Indiz für diese Diversifikation liefert Emanuels sogenannte „Negative Beta"-Liste. Die Anzahl der Aktien mit einer inversen Korrelation zum S&P 500 in den vergangenen sechs Monaten sei auf den Rekordwert von 121 gestiegen. Zu diesen Titeln zählen bekannte Namen wie McDonald's, PepsiCo, Kinder Morgan, CoStar Group und Gartner – Unternehmen, die sich tendenziell gegen den Markttrend bewegen und damit als Puffer im Portfolio dienen.

KI-Bullenmarkt noch nicht auf dem Höhepunkt

Emanuel zieht außerdem einen historischen Vergleich: Der aktuelle, durch Künstliche Intelligenz angetriebene Bullenmarkt der 2020er Jahre habe die Höhen und die Dauer der innovationsgetriebenen Bullenmärkte der 1990er und 1920er Jahre noch nicht erreicht. Gleichzeitig bleibe die Verschuldung der Unternehmen insgesamt verhalten. Beides unterstreiche das Potenzial für weiteres Aufwärtspotenzial.

Als treibende Kraft für ein mögliches Überschießen sieht Emanuel die Vorliebe der Anleger für Aktien sowie den wachsenden Appetit auf Call-Optionen. Diese Kombination könne eine selbstverstärkende FOMO-Dynamik auslösen – solange bis die Stimmung kippt.

Emanuels optimistisches Ziel von 9.000 Punkten liegt deutlich über den Prognosen anderer Marktstrategen. Die höchste in einer CNBC-Umfrage erfasste Prognose für 2026 stammt von RBC Capital und liegt bei 8.150 Punkten. Evercore ISIs Bullen-Szenario übertrifft selbst diesen Spitzenwert um rund 850 Punkte – ein Zeichen dafür, wie weit Emanuel über den Konsens hinausgeht.

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