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Siemens Healthineers kappt Prognose wegen schwacher Diagnostik-Sparte

Chinas Gesundheitsreformen belasten das Diagnostik-Geschäft massiv – Siemens Healthineers senkt Umsatz- und Gewinnziele für 2026.

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Siemens Healthineers kappt Prognose wegen schwacher Diagnostik-Sparte

Der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers steht unter Druck. Die Diagnostik-Sparte des Erlanger Unternehmens leidet erheblich unter den Verwerfungen auf dem chinesischen Gesundheitsmarkt – und das schlägt sich nun direkt in der Jahresprognose nieder. Der Konzern hat seine Umsatz- und Gewinnerwartungen für das laufende Geschäftsjahr nach unten korrigiert.

Konkret erwartet Siemens Healthineers beim Umsatz nun nur noch ein vergleichbares Wachstum von 4,5 bis 5,0 Prozent. Bislang hatte der Konzern einen Zuwachs von fünf bis sechs Prozent in Aussicht gestellt. Auch beim bereinigten Gewinn je Aktie zieht das Unternehmen die Reißleine: Statt der bisherigen Spanne von 2,20 bis 2,40 Euro soll dieser nun maximal 2,30 Euro erreichen.

Schwaches Quartal verfehlt Analystenerwartungen

Im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres blieb Siemens Healthineers hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Der Umsatz stieg auf vergleichbarer Basis lediglich um 3,1 Prozent auf 5,68 Milliarden Euro. Besonders schmerzhaft: Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) brach um 15 Prozent auf 836 Millionen Euro ein – ein stärkerer Rückgang, als Marktbeobachter erwartet hatten.

CEO Bernd Montag versuchte dennoch, die positiven Seiten hervorzuheben. „Obwohl das Umfeld schwierig bleibt, ist unser synergetischer Kern aus Imaging und Precision Therapy weiter mit gutem Momentum auf Kurs", erklärte er. Gleichzeitig kündigte er strukturelle Maßnahmen an: „Wir leiten die nächsten Schritte zur Schaffung von Optionen für Diagnostics ein und bringen eine Weiterentwicklung des Führungsteams auf den Weg."

China-Reformen treffen Diagnostik-Geschäft hart

Der Hauptauslöser der Probleme liegt in China. Die Pekinger Regierung treibt seit Jahren umfassende Reformen im Gesundheitssystem voran – mit spürbaren Folgen für internationale Zulieferer wie Siemens Healthineers. Im zweiten Quartal brach die Diagnostik-Sparte in China regelrecht ein. Weltweit verlor der Bereich auf vergleichbarer Basis 6,5 Prozent beim Umsatz und schrieb kaum noch Gewinn.

Das Geschäft mit Laborstraßen und den dazugehörigen Reagenzien gilt intern schon länger als Problemkind. CEO Montag hatte bereits mehrfach betont, dass dieses Segment nur wenige Synergien mit dem Kerngeschäft aufweise – also mit Magnetresonanztomographen (MRTs), Röntgengeräten und Operationsrobotern.

Ausgliederung der Diagnostik-Sparte geplant

Als Konsequenz soll die Diagnostik-Sparte nun in einem ersten Schritt ausgegliedert werden. Das geht aus einer Unternehmenspräsentation hervor. Damit bereitet Siemens Healthineers offenbar den Weg für eine strategische Neuausrichtung – und möglicherweise für eine eigenständige Zukunft des Bereichs.

Für Privatanleger ist die Entwicklung bei Siemens Healthineers ein klares Signal: Geopolitische Risiken und regulatorische Eingriffe in wichtigen Wachstumsmärkten wie China können selbst gut aufgestellte Konzerne empfindlich treffen. Die Kombination aus Prognosesenkung, schwachem Quartalsergebnis und anstehender Restrukturierung dürfte die Aktie kurzfristig unter Druck halten.

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