Severfield verfehlt Konsens: Gewinnprognose 2027 enttäuscht Analysten
Das britische Stahlbauunternehmen Severfield erwartet für 2027 deutlich weniger Vorsteuergewinn als vom Markt prognostiziert.

Severfield plc (LSE: SFR) hat am Dienstag sein Trading-Update für das im März 2026 endende Geschäftsjahr veröffentlicht. Der Vorsteuergewinn wird voraussichtlich den Markterwartungen von 10,2 Millionen Pfund entsprechen. Damit liefert das britische Stahlbauunternehmen ein solides, aber wenig überraschendes Jahresergebnis.
Besonders positiv sticht die Nettoverschuldung hervor: Mit rund 28 Millionen Pfund liegt sie deutlich unter dem Konsensus von 48,5 Millionen Pfund. Das Unternehmen führt dies auf ein effizientes Cash-Management zurück. Für Anleger ist dies ein klares Signal solider Finanzsteuerung.
Der Auftragsbestand in Großbritannien und Europa beläuft sich aktuell auf 438 Millionen Pfund, nach 479 Millionen Pfund im Januar. Innerhalb der nächsten zwölf Monate sollen davon 338 Millionen Pfund ausgeliefert werden. Projekte in Kontinentaleuropa und der Republik Irland machen 34 Prozent des Auftragsbestands aus.
Rekordzahlen aus Indien, aber schwacher Ausblick für Europa
Erfreuliche Nachrichten kommen aus dem indischen Joint Venture: Der Auftragsbestand erreichte mit 331 Millionen Pfund einen neuen Rekordwert, gegenüber 286 Millionen Pfund im November. Auch die Produktion erzielte mit rund 125.000 Tonnen im Berichtsjahr einen Höchstwert. Die Werkerweiterung in Gujarat verläuft planmäßig, erste Produktion wurde bereits im Geschäftsjahr 2026 realisiert.
Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet das Management jedoch einen Vorsteuergewinn zwischen lediglich 12 und 15 Millionen Pfund – deutlich unter dem aktuellen Marktkonsens von 19 Millionen Pfund. Severfield begründet dies mit einem verhaltenen Marktumfeld in Großbritannien und Europa. Mehrere bereits gesicherte Großprojekte haben sich von der ersten in die zweite Hälfte des Geschäftsjahres 2027 verschoben.
Zudem spiegelt der aktuelle Auftragsbestand kurzfristig margenschwächere Aufträge wider, bevor die Ausführung der lukrativeren Großprojekte beginnt. Diese Verschiebung belastet die Margenentwicklung im ersten Halbjahr 2027 spürbar.
Versicherungszahlung und strategische Neuausrichtung
Severfield erhielt eine zusätzliche Versicherungszahlung von 7,5 Millionen Pfund im Zusammenhang mit Brückensanierungsarbeiten. Damit belaufen sich die gesamten Versicherungsleistungen auf 27,5 Millionen Pfund. An den erwarteten endgültigen Nettokosten hat sich laut Unternehmensangaben nichts geändert.
Darüber hinaus hat Severfield sein nicht zum Kerngeschäft gehörendes Segment Modular Solutions eingestellt. Im Juni, zusammen mit den vorläufigen Jahresergebnissen, soll eine strategische Überprüfung bekanntgegeben werden. Dies deutet auf eine schärfere Fokussierung des Unternehmens hin.
Die Investmentbank Jefferies bekräftigte trotz der enttäuschenden Gewinnprognose ihre Kaufempfehlung für die Severfield-Aktie und hält am Kursziel von 41 Pence fest. Anleger dürften die strategische Überprüfung im Juni genau beobachten.
