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Seres-Tochter AIVA kooperiert mit ByteDance für KI-Elektroautos

Die neue Smart-EV-Marke AIVA setzt auf eine Partnerschaft mit TikTok-Mutterkonzern ByteDance und bringt KI ins Fahrzeug.

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Seres-Tochter AIVA kooperiert mit ByteDance für KI-Elektroautos

Der chinesische Automobilhersteller Seres (601127.SS) hat seine neu positionierte Marke Saidou – früher bekannt als Landian – unter dem Namen AIVA neu gestartet. Im Mittelpunkt der Markteinführung steht eine strategische Kooperation mit ByteDance, dem Entwickler der Kurzvideo-Plattform TikTok und des in China weit verbreiteten KI-Modells Doubao. Die Partnerschaft soll AIVA-Fahrzeuge zu vollwertigen KI-Plattformen auf vier Rädern machen.

AIVA-Präsident Li Bo, ein ehemaliger Manager bei Huawei und Seres, stellte bei der Auftaktveranstaltung das erste Serienmodell der Marke vor: den AIVA ME7. Dieser soll noch im laufenden Jahr auf den Markt kommen. Angaben zu Preisen machte Li bislang nicht. Die bisherigen Modelle der Vorgängermarke Landian – die SUVs E5 und E5 Plus – kosteten zumeist zwischen 100.000 und 160.000 Yuan, umgerechnet etwa 14.770 bis 23.630 US-Dollar.

Seres wiederholt Huawei-Strategie mit neuem Partner

Die Kooperation mit ByteDance erinnert stark an die frühere Zusammenarbeit von Seres mit dem Telekommunikationsriesen Huawei. Gemeinsam entwickelten die beiden Unternehmen die Premiummarke Aito, die sich im vergangenen Jahr als einer der leistungsstärksten Akteure im chinesischen Oberklasse-SUV-Segment etablierte. Mit AIVA versucht Seres nun, eine ähnliche Erfolgsformel in preisgünstigeren Marktsegmenten zu replizieren.

Volcengine, die Cloud- und KI-Sparte von ByteDance, wird laut Li Bo ein „enger Partner" von AIVA sein. Yang Liwei, Vizepräsident von Volcengine, formulierte die Vision bei der Vorstellung unmissverständlich: „Unser Verständnis eines KI-Autos besteht nicht nur darin, KI in ein Fahrzeug zu integrieren, sondern das Auto zu einer neuen Spezies physischer KI zu machen."

KI als neues Verkaufsargument im hart umkämpften E-Auto-Markt

Das Debüt von AIVA fällt in eine Phase, in der chinesische Automobilhersteller massiv auf die Integration von Künstlicher Intelligenz in neue Modelle setzen. Der chinesische Elektrofahrzeugmarkt ist geprägt von aggressiven Preissenkungen und geringen Margen – KI soll helfen, sich in diesem Wettbewerb zu differenzieren. Die Hersteller vermarkten ihre Fahrzeuge zunehmend als personalisierte Assistenten statt als reine Transportmittel.

Für deutsche Anleger und Beobachter ist dieser Trend bedeutsam: Chinesische Hersteller wie Seres, BYD oder Nio drängen mit technologisch ambitionierten Modellen auch auf europäische Märkte. Die enge Verzahnung von Software-Giganten wie ByteDance mit der Automobilindustrie zeigt, wie stark sich das Wettbewerbsumfeld verändert.

Namensstreit mit Avatr überschattet den Start

Die Markteinführung verlief jedoch nicht ohne Kontroversen. Die Enthüllung des AIVA-Brandings löste eine öffentliche Reaktion der Premiumelektromarke Avatr aus, die von Changan Automobile, dem Batterieriesen CATL und Huawei unterstützt wird. Avatr veröffentlichte einen Beitrag auf der chinesischen Social-Media-Plattform Weibo, in dem das Unternehmen – ohne AIVA namentlich zu nennen – erklärte: „Heute haben wir einen Markennamen auf dem Markt gesehen, dessen Design dem von Avatr extrem ähnlich ist."

Avatr fügte hinzu: „Wir betrachten dies als Ehre, aber noch mehr als Warnung: Chinesische Autos können nicht den Weg von ‚Strg+C Strg+V' einschlagen" – eine Anspielung auf das Tastenkürzel für Kopieren und Einfügen. Ob der Namensstreit rechtliche Konsequenzen haben wird, ist bislang offen. Die Auseinandersetzung verdeutlicht jedoch, wie intensiv der Wettbewerb um Markenidentität und Positionierung im chinesischen Elektrofahrzeugmarkt geworden ist.

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