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Schwacher Yen: Japans Führungskräfte fordern dringend mehr Währungsstabilität

Steigende Importkosten und Volatilität belasten selbst Exporteure – Japans Wirtschaft kämpft mit den Folgen des Yen-Verfalls.

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Schwacher Yen: Japans Führungskräfte fordern dringend mehr Währungsstabilität

Japanische Spitzenmanager warnen zunehmend vor den wirtschaftlichen Risiken eines anhaltend schwachen Yen. Die Währungsschwäche treibt die Kosten für Energie, Rohstoffe und Lebensmittel in die Höhe und belastet die Binnennachfrage – selbst bei Unternehmen, die traditionell von einem günstigen Wechselkurs profitieren. Hintergrund ist ein dramatischer Kursverfall: Im Juli fiel der Yen auf fast 164 Yen pro US-Dollar – ein 40-Jahres-Tief.

Dieser Extremwert löste eine gemeinsame Währungsintervention Japans und der USA aus, die den Yen um rund 5 Prozent ansteigen ließ. Trotz dieser Stabilisierungsmaßnahme bleibt die Unsicherheit unter Japans Unternehmensführern groß. Die Äußerungen mehrerer hochrangiger Manager verdeutlichen, wie breit das Unbehagen über die Währungssituation inzwischen ist.

Exporteure profitieren nicht mehr uneingeschränkt

Kenichiro Fujimoto, Finanzvorstand von Mitsubishi Electric, brachte die Stimmung auf den Punkt: „Probleme, die die gesamte japanische Wirtschaft betreffen, betreffen auch uns. Ein schwacher Yen bedeutet nicht zwangsläufig, dass alles in Ordnung ist." Diese Aussage ist bemerkenswert, da Exporteure wie Mitsubishi Electric durch einen schwachen Yen eigentlich wettbewerbsfähiger auf den Weltmärkten werden.

Norihiko Ishiguro, Vorsitzender der Japan External Trade Organization (JETRO), erläuterte das strukturelle Dilemma auf einer Pressekonferenz im Juli: „Während ein schwächerer Yen reale Vorteile für den Export bietet, importieren japanische Unternehmen fast alle ihre Rohstoffe." Ab einem bestimmten Wechselkursniveau überwiegen demnach die Kostensteigerungen die Exportvorteile. „Ab einem gewissen Wechselkurs steigen die Kosten tatsächlich an, sodass man nicht sagen kann, dass Exporteure immer von einem schwachen Yen profitieren", so Ishiguro.

Der schwache Yen gefährdet zudem Japans mühsam erkämpften Ausstieg aus Jahrzehnten der Deflation. Höhere Importpreise belasten die Kaufkraft der Verbraucher und dämpfen die Binnennachfrage – ein kritischer Faktor für eine Volkswirtschaft, die lange unter stagnierendem Wachstum und sinkenden Preisen gelitten hat.

Preiserhöhungen und Strategiewechsel bei Konsumgüterherstellern

Konkrete Auswirkungen zeigen sich bereits im Einzelhandel. Fast Retailing, Eigentümer der Modemarke Uniqlo, plant, die Preise für einige Herbst- und Winterartikel in Japan um etwa 4 Prozent anzuheben, um den Yen-Verfall auszugleichen. CFO Takeshi Okazaki warnte: „Wenn sich die Dinge zu schnell ändern, ist es sehr schwierig Schritt zu halten, und das könnte potenziell erhebliche Auswirkungen auf unsere Performance haben."

Ryohin Keikaku, Betreiber der Haushaltswarenkette Muji, verfolgt eine andere Strategie: Das Unternehmen setzt auf eine Stärkung der Eigenproduktion, um Kosten zu senken, anstatt allein auf Preiserhöhungen zu setzen. Präsident Satoshi Shimizu erklärte diesen Ansatz im Juli als Mittel zum Schutz der Gewinnmargen vor dem schwächelnden Yen.

Volatilität erschwert Investitionsplanung

Neben den direkten Kosteneffekten bereitet die hohe Kursschwankung den Unternehmen erhebliche strategische Probleme. Starke Währungsausschläge werfen Gewinnprognosen über den Haufen und erschweren langfristige Investitionsentscheidungen – selbst dann, wenn ein schwächerer Yen das Nettoergebnis kurzfristig verbessert.

Makoto Tanaka, CFO des Handelshauses Mitsui & Co, das zuletzt Rekordgewinne für das erste Quartal verbuchte, formulierte es klar: „Vor allem möchte ich, dass sich der Markt stabilisiert und die Volatilität abnimmt." Auch Yoshihiro Shimazu, CFO des Konkurrenten Mitsubishi Corp, betonte: „Wir spüren die Auswirkungen der sehr hohen Volatilität deutlich und werden unseren derzeit angenommenen Kurs von 150 Yen pro US-Dollar bei Bedarf revidieren."

Eine im März veröffentlichte JETRO-Umfrage zeigt, welchen Wechselkurs die japanische Wirtschaft als ideal betrachtet: Fast ein Fünftel der befragten Unternehmen nannte eine Spanne von 120 bis 124 Yen pro US-Dollar als wünschenswert. Nur 11 Prozent der Firmen bevorzugten einen Kurs von über 150 Yen pro US-Dollar. Ob dieses Wunschniveau je wieder erreicht wird, ist jedoch fraglich. Fujimoto von Mitsubishi Electric äußerte sich skeptisch: „In Anbetracht der Fundamentaldaten Japans und der Tatsache, dass sich die Handelsbilanz nicht erholt, werden wir vielleicht keinen Kurs von 120 bis 130 Yen pro US-Dollar mehr sehen."

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