Sanofi zahlt Regeneron bis zu acht Milliarden Dollar für neue Partnerschaft
Der französische Pharmakonzern weitet die Allianz auf vier neue Antikörper-Medikamente gegen entzündliche Erkrankungen aus.

Sanofi SA (EPA: SASY) baut seine Partnerschaft mit dem US-Biotechunternehmen Regeneron deutlich aus. Der französische Pharmakonzern zahlt eine Milliarde US-Dollar im Voraus sowie bis zu sieben Milliarden Dollar in zusätzlichen Zahlungen, um gemeinsam vier neue langwirksame Medikamente zur Behandlung entzündlicher Erkrankungen zu entwickeln. Das teilten die Unternehmen am Donnerstag mit.
Mit der erweiterten Allianz will Sanofi seine Pipeline über das Blockbuster-Medikament Dupixent hinaus verbreitern. Die zusätzlichen Zahlungen sind an die Erreichung von Entwicklungs-, Zulassungs- und Verkaufszielen geknüpft. Der Gesamtwert des Deals kann damit bis zu acht Milliarden Dollar erreichen.
Gemeinsame Entwicklung und Vermarktung
Im Rahmen der Vereinbarung entwickeln und vermarkten beide Unternehmen gemeinsam vier Antikörper-basierte Arzneimittel. Diese zielen auf Erkrankungen ab, die mit dem Immunsystem zusammenhängen. Die Partner teilen sich die Entwicklungs- und Vertriebskosten sowie die Gewinne weltweit zu gleichen Teilen.
Die Aufgabenverteilung ist klar geregelt: Regeneron wird die Entwicklung der Arzneimittel leiten, während Sanofi den globalen Vertrieb übernimmt. Diese Konstellation ist typisch für die bestehende Zusammenarbeit der beiden Konzerne und spiegelt die jeweiligen Stärken wider.
Das erste Medikament mit der Bezeichnung REGN20423 befindet sich bereits in einer frühphasigen Studie. Getestet wird es zur Behandlung der atopischen Dermatitis, einer häufigen entzündlichen Hauterkrankung. Für die anderen drei Arzneimittel ist der Beginn der klinischen Prüfung am Menschen im Jahr 2027 vorgesehen, wobei sich zwei noch in einer frühen Entwicklungsphase befinden.
Option auf Lunsekimig und Vergleich des Rechtsstreits
Regeneron hat zudem die Option, das experimentelle Sanofi-Medikament Lunsekimig in die Partnerschaft aufzunehmen. Voraussetzung ist der Abschluss der spätphasigen Tests bei chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD). Darüber hinaus einigten sich die Unternehmen auf einen Vergleich ihres früheren Rechtsstreits bezüglich ihrer Partnerschaft. Weitere Details zu dieser Einigung gaben sie nicht bekannt.
Die bestehende Vereinbarung, die das Medikament Dupixent abdeckt, bleibt unverändert. Dupixent behandelt eine Vielzahl entzündlicher Erkrankungen, wurde von beiden Unternehmen gemeinsam entwickelt und ist weiterhin ein bedeutendes Produkt für Sanofi.
Bedeutung für Anleger
Für deutsche Privatanleger ist die Transaktion ein Signal, dass Sanofi seine Abhängigkeit von einem einzelnen Umsatzträger reduzieren will. Die erweiterte Partnerschaft verschafft dem französischen Konzern Zugang zu weiteren potenziellen Therapien. Regeneron behält im Gegenzug eine aktive Rolle bei der Entwicklung und Kommerzialisierung dieser Arzneimittel.
Bemerkenswert ist die Struktur der Zahlungen: Der Großteil der bis zu acht Milliarden Dollar ist erfolgsabhängig und wird erst bei erreichten Meilensteinen fällig. Das begrenzt das finanzielle Risiko für Sanofi im Falle von Entwicklungsrückschlägen. Zugleich zeigt die Vereinbarung, dass beide Konzerne langfristig auf die Immunologie als Wachstumsfeld setzen. Ob sich die Investition auszahlt, hängt maßgeblich vom Studienerfolg der vier neuen Antikörper-Kandidaten ab.
