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Sandisk-Aktie fällt 45%: Kaufgelegenheit trotz starker Zahlen?

Trotz phänomenalem Umsatzwachstum von 175% steht die Sandisk-Aktie massiv unter Druck – und bietet möglicherweise eine seltene Einstiegschance.

• 3 Min
Sandisk-Aktie fällt 45%: Kaufgelegenheit trotz starker Zahlen?

Die Aktie des Speicherspezialisten Sandisk (SNDK) hat in den vergangenen Wochen eine ausgeprägte Schwächephase durchlebt. Seit dem 52-Wochen-Hoch vom 22. Juni sind die Papiere um satte 45% eingebrochen – ein Rückgang, der angesichts der fundamentalen Stärke des Unternehmens auf den ersten Blick kaum nachvollziehbar erscheint. Am 5. August veröffentlichte Sandisk die Ergebnisse für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 (drei Monate bis zum 3. Juli), woraufhin die Aktie am Folgetag um weitere 7% nachgab.

Dabei lieferte das Unternehmen auf den ersten Blick beeindruckende Zahlen: Für das Gesamtjahr 2026 meldete Sandisk einen Umsatzanstieg von 175% gegenüber dem Vorjahr auf 20,2 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn pro Aktie schnellte um fast das 24-Fache auf 70,88 US-Dollar nach oben. Zahlen, die in der Halbleiterbranche ihresgleichen suchen.

Sektorrotation und Anlegersorgen belasten die Aktie

Der Kursrückgang hat nach Einschätzung von Analysten wenig mit der tatsächlichen finanziellen Performance zu tun. Vielmehr haben Anleger im Zuge einer Sektorrotation Gewinne mitgenommen. Der Roundhill Memory ETF, ein Branchenbarometer für Speicherchip-Unternehmen, verlor im vergangenen Monat rund 19% an Wert.

Hinzu kommen strukturelle Bedenken: Die Speicherindustrie gilt historisch als zyklisch und neigt zu Überangebotsphasen. Darüber hinaus wächst der Wettbewerb durch chinesische Speicherhersteller, und Investoren zweifeln zunehmend an der Nachhaltigkeit der hohen Ausgaben für KI-Infrastruktur. Diese Kombination aus makroökonomischen Unsicherheiten und sektorspezifischen Risiken hat das Anlegervertrauen in Sandisk spürbar geschwächt.

Ein weiterer Belastungsfaktor: Der Ausblick des Unternehmens blieb hinter den hohen Erwartungen der Analysten zurück. Obwohl Sandisk für das laufende Quartal einen Umsatz zwischen 10,3 und 10,8 Milliarden US-Dollar prognostiziert – was einem Anstieg um das 4,5-Fache im Jahresvergleich entspricht –, reichte das den Marktteilnehmern offenbar nicht aus. Für das laufende Quartal erwartet Sandisk zudem einen Non-GAAP-Gewinn je Aktie von 45,00 US-Dollar, verglichen mit lediglich 1,22 US-Dollar im Vorjahreszeitraum.

Langfristige Lieferverträge sichern milliardenschweres Wachstum

Was viele Anleger dabei aus dem Blick zu verlieren scheinen: Sandisk hat mehrjährige Lieferverträge mit acht Rechenzentrumskunden abgeschlossen. Laut Management werden diese langfristigen Vereinbarungen im Geschäftsjahr 2027 mehr als die Hälfte der NAND-Flash-Bit-Lieferungen abdecken – im Geschäftsjahr 2028 sollen es bereits zwei Drittel sein.

Besonders bedeutsam ist das finanzielle Volumen dieser Verträge: Auf Basis von Mindestpreisen erwartet Sandisk daraus Einnahmen von mindestens 94 Milliarden US-Dollar. Sollte das aktuelle Preiswachstum bei NAND-Flash-Speicher anhalten, könnte dieser Wert noch deutlich höher ausfallen. Diese Mindestpreisvereinbarungen schützen das Unternehmen zudem vor möglichen Abwärtspreisschwankungen – ein wichtiger Stabilitätsfaktor in einer traditionell volatilen Branche.

Wall Street sieht enormes Kurspotenzial

Die Analystengemeinschaft an der Wall Street bleibt trotz des jüngsten Kursrückgangs optimistisch. Für das Geschäftsjahr 2027 wird ein Umsatzanstieg von 141% auf knapp 49 Milliarden US-Dollar erwartet, während der Gewinn je Aktie auf 213,23 US-Dollar steigen soll – eine Verdreifachung gegenüber dem laufenden Jahr.

Das mittlere 12-Monats-Kursziel der Analysten liegt bei 2.150 US-Dollar, was einem potenziellen Aufwärtspotenzial von rund 69% gegenüber dem aktuellen Kursniveau entspricht. Zum Vergleich: Sandisk wird derzeit mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 19 bewertet, während der S&P 500 ein KGV von 21,3 aufweist – bei einem durchschnittlich erwarteten Gewinnwachstum von lediglich 30% für den Gesamtmarkt.

Sollte Sandisk im kommenden Jahr tatsächlich einen Gewinn je Aktie von 213,23 US-Dollar erzielen und dabei mit einem KGV von 21,3 – also auf dem Niveau des S&P 500 – bewertet werden, ergäbe sich rechnerisch ein Kursziel von rund 4.542 US-Dollar. Das entspräche einem Anstieg um das 3,5-Fache gegenüber dem aktuellen Niveau. Für langfristig orientierte Anleger könnte der aktuelle Kursrückgang daher eine seltene Einstiegsgelegenheit in eine der wachstumsstärksten Aktien im KI- und Speicherchip-Segment darstellen.

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