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Sandisk-Aktie: 54,6% Kursanstieg im Mai – und jetzt?

Starke Q3-Zahlen und KI-Euphorie trieben Sandisk im Mai auf ein neues Niveau – doch im Juni bremst Gegenwind die Rally.

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Sandisk-Aktie: 54,6% Kursanstieg im Mai – und jetzt?

Die Aktie von Sandisk (SNDK) erlebte im Mai einen bemerkenswerten Kursanstieg von 54,6%. Damit ließ das Speichertechnologie-Unternehmen die breiten Marktindizes weit hinter sich: Der S&P 500 legte im gleichen Zeitraum lediglich 5,2% zu, der technologielastige Nasdaq Composite verbuchte ein Plus von 8,4%.

Der Startschuss für diese außergewöhnliche Rally fiel am 30. April, als Sandisk die Ergebnisse für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres veröffentlichte – ein Berichtszeitraum, der am 2. April endete. Die Zahlen übertrafen die Erwartungen der Analysten deutlich und sorgten in Kombination mit einem allgemein optimistischen Handelsumfeld für KI-Chip-Aktien für kräftiges bullishes Momentum.

Rekordergebnisse im dritten Geschäftsquartal

Die Q3-Zahlen von Sandisk überraschten den Markt auf ganzer Linie. Das Unternehmen erzielte einen bereinigten Gewinn (Non-GAAP) von 23,41 US-Dollar pro Aktie bei einem Umsatz von 5,95 Milliarden US-Dollar. Die durchschnittliche Analystenschätzung hatte lediglich einen bereinigten Gewinn von 14,66 US-Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 4,7 Milliarden US-Dollar erwartet.

Besonders beeindruckend: Der Umsatz wuchs im Vergleich zum Vorjahr um satte 251%. Starke Margen und ein günstiges Nachfrageumfeld rundeten den herausragenden Bericht ab. In der Folge erhielt Sandisk von zahlreichen Analysten Kurszielerhöhungen – ein weiterer Katalysator für den Kursanstieg im Mai.

Die Bewertungen für Halbleiteraktien insgesamt stiegen im vergangenen Monat stark an. Sandisks solide Marktposition im Bereich der Speichertechnologie sowie die starken Quartalszahlen weckten dabei großes Interesse bei optimistisch gestimmten Tradern und Investoren, die auf den KI-Boom setzen.

Gegenwind im Juni: Zinsfantasien bremsen die Rally

Im Juni hat das bullishe Momentum im KI-Sektor eine Verschnaufpause eingelegt. Zunächst reagierte der Markt negativ auf den Quartalsbericht und die Prognose von Broadcom – obwohl die Performance und der Ausblick des Unternehmens grundsätzlich stark erschienen. Dieser Stimmungsumschwung belastete auch Sandisk.

Zusätzlichen Druck erzeugte der US-Arbeitsmarktbericht für Mai, den das Bureau of Labor Statistics (BLS) veröffentlichte. Die US-Wirtschaft schuf im Mai 172.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft – deutlich mehr als die von Ökonomen prognostizierten 80.000 Stellen. Zum Zeitpunkt der Berichtserstellung lag die Sandisk-Aktie im Juni-Handel bereits mit 8% im Minus.

Das starke Beschäftigungswachstum weckte bei Anlegern die Sorge, dass die US-Notenbank Federal Reserve in diesem Jahr mit größerer Wahrscheinlichkeit die Zinsen anheben könnte. Die Fed hat den Auftrag, Wirtschaftswachstum zu fördern und gleichzeitig die Inflation im Zaum zu halten – Zinserhöhungen sind ihr wichtigstes Instrument gegen Inflationsdruck.

Zinsen und Technologieaktien: Ein schwieriges Verhältnis

Für deutsche Anleger ist der Zusammenhang zwischen Zinspolitik und Technologieaktien besonders relevant. Höhere Zinsen erhöhen die Kapitalkosten und drücken die Bewertungen von Wachstumsunternehmen, da künftige Gewinne mit einem höheren Zinssatz abgezinst werden. Technologieaktien wie Sandisk reagieren daher besonders sensibel auf Signale einer restriktiveren Geldpolitik.

Solange die US-Wirtschaft robust bleibt und die Inflation ein Thema ist, dürfte die Fed einer Zinserhöhung Vorrang vor einer Lockerung einräumen. Dies schafft tendenziell ein weniger günstiges Umfeld für Wachstums- und Technologieaktien – trotz fundamental starker Unternehmenszahlen wie im Fall von Sandisk.

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