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Samsung einigt sich mit Gewerkschaft und verhindert massiven Streik

Eine überraschende Einigung im Tarifstreit rettet Samsung vor einem 18-tägigen Ausstand – mit weitreichenden Folgen für den Halbleitermarkt.

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Samsung einigt sich mit Gewerkschaft und verhindert massiven Streik

Samsung Electronics hat im laufenden Tarifstreit eine vorläufige Einigung mit der Gewerkschaft erzielt. Damit ist ein drohender 18-tägiger Streik vorerst vom Tisch. Die Gewerkschaft gab am Mittwoch bekannt, den geplanten Ausstand auszusetzen und die erzielte Vereinbarung den Mitgliedern zur Abstimmung vorzulegen. Die Abstimmung soll laut Gewerkschaftschef Choi Seung-ho zwischen dem 22. und 27. Mai stattfinden. Samsung bestätigte die vorläufige Einigung.

Der Konflikt hatte sich über Wochen zugespitzt. Rund 48.000 Beschäftigte – das entspricht etwa 38 Prozent der Konzernbelegschaft in Südkorea – hatten sich bereit erklärt, an dem Streik teilzunehmen. Im Kern des Streits standen Bonuszahlungen und deren Verteilung zwischen der hochprofitablen Speicherchip-Sparte und dem defizitären Logikchip-Geschäft.

Forderungen der Gewerkschaft und Samsungs Position

Die Gewerkschaft hatte weitreichende Forderungen gestellt: die Abschaffung von Obergrenzen für Mitarbeiterboni, eine Erhöhung der Grundgehälter um sieben Prozent sowie die Ausschüttung von 15 Prozent des jährlichen operativen Gewinns an die Belegschaft. Gewerkschaftschef Choi erklärte, man habe sich nun auf die Gewinnverteilung für die defizitären Sparten geeinigt. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Mitglieder dem Abkommen zustimmen werden. „Wir werden unser Äußerstes tun, um die Beziehungen zwischen Arbeitnehmern und Management bei Samsung Electronics in Zukunft zu stabilisieren", sagte er.

Das Samsung-Management hatte dagegen argumentiert, dauerhaft höhere Gehälter und Boni würden künftige Investitionen sowie die Ausschüttungen an die Aktionäre gefährden – obwohl der Konzern sein Betriebsergebnis im ersten Quartal auf umgerechnet 33 Milliarden Euro vervielfacht hat.

Druck aus Politik und Wettbewerb

Dass die Einigung überhaupt zustande kam, ist auch dem politischen Druck zu verdanken. Nachdem Schlichtungsgespräche mehrfach gescheitert waren, griff der südkoreanische Arbeitsminister Kim Young-hoon ein und brachte die Verhandlungen wieder in Gang. Wegen der überragenden wirtschaftlichen Bedeutung Samsungs – der Konzern steht für ein Viertel der südkoreanischen Exporte – hatte die Regierung in Seoul bereits vor möglichen irreparablen Schäden für die Konjunktur gewarnt. Sie hätte im Notfall eine Zwangsschlichtung einleiten können.

Zusätzlichen Druck erzeugt der heimische Rivale SK Hynix. Das Unternehmen hat Obergrenzen für Mitarbeiterboni bereits im vergangenen Jahr abgeschafft und koppelt diese direkt an den operativen Gewinn. Da SK Hynix dank rasant gestiegener Speicherchip-Preise Rekordgewinne einfährt, erhalten die dortigen Beschäftigten derzeit dreimal so hohe Boni wie bei Samsung. Der Gewerkschaft zufolge wandern deshalb zunehmend Fachkräfte zum Konkurrenten ab.

Milliardenschwere Risiken für Anleger

Für Investoren war das Streikrisiko ein ernstes Thema. Samsung ist der weltgrößte Anbieter von Speicherchips und ein bedeutender Auftragsfertiger. Ein Ausstand in dem angedrohten Ausmaß hätte die ohnehin angespannten globalen Halbleiterlieferketten weiter belastet – gerade in einer Phase, in der der Boom rund um Künstliche Intelligenz die Nachfrage nach Chips massiv antreibt.

Die Analysten der Bank JPMorgan schätzten die mögliche Belastung für den operativen Gewinn Samsungs im Streikfall auf bis zu 17,7 Milliarden Euro. Ein Experte der südkoreanischen Zentralbank warnte zudem, ein solcher Ausstand könnte das für 2026 erwartete Wirtschaftswachstum von zwei Prozent im schlimmsten Fall um einen halben Prozentpunkt drücken.

An der Börse reagierten Anleger erleichtert: Die Samsung-Aktie machte anfängliche Verluste wett und legte zuletzt um 0,5 Prozent zu. Die endgültige Entscheidung liegt nun bei den Gewerkschaftsmitgliedern – das Ergebnis der Abstimmung wird in der letzten Maiwoche erwartet.

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