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Salesforce kauft Fin für 3,6 Mrd. Dollar – Aktie unterbewertet?

Nach einem Kursrückgang von fast 40 % setzt Salesforce auf zwei strategische Übernahmen, um sein KI-Wachstumsproblem zu lösen.

• 2 Min
Salesforce kauft Fin für 3,6 Mrd. Dollar – Aktie unterbewertet?

Salesforce (CRM) hat ein schwieriges Jahr hinter sich: Die Aktie ist seit Jahresbeginn um fast 40 % gefallen. Der Titel wurde vom breiten Abverkauf im Bereich Software-as-a-Service (SaaS) mitgerissen, und Investoren zweifeln an der Positionierung des Unternehmens in einer zunehmend von Künstlicher Intelligenz (KI) geprägten Softwarewelt. Das allgemeine Umsatzwachstum stagniert in einer engen Spanne – ein Umstand, der Anleger zunehmend beunruhigt.

Zuletzt erhielt die Aktie einen weiteren Dämpfer: Die US-Investmentbank KeyBanc stufte das Papier von „Overweight" auf „Sector Weight" herab. Analyst Jackson Ader begründete den Schritt damit, dass die agentenbasierte KI-Plattform Agentforce nicht wie erwartet gewachsen sei. Als Hauptprobleme identifizierte er ungeordnete Kundendaten sowie ein noch nicht ausgereiftes Produkt. Hinzu kommt, dass CIOs in Umfragen angaben, Salesforce innerhalb ihrer IT-Budgets im kommenden Jahr niedriger priorisieren zu wollen – ein deutliches Warnsignal für das Unternehmen.

Zwei Übernahmen als strategische Antwort

Salesforce reagiert auf diese Herausforderungen mit einer klaren Akquisitionsstrategie. Zunächst führte das Unternehmen Data 360 ein – eine Lösung, die sogenannte Zero-Copy-Technologie nutzt, um Daten aus verschiedensten Quellen zu extrahieren, ohne den Zeit- und Kostenaufwand eines klassischen Datentransfers. Daten können so direkt aus Cloud-Anbietern, Data Warehouses und internen Systemen einer Organisation abgerufen werden.

Ergänzend dazu übernahm Salesforce den Stammdatenmanagement-Spezialisten Informatica. Ziel dieser Akquisition ist es, Kundendaten zu bereinigen und zu strukturieren, damit sie als verlässliche Grundlage für KI-Agenten und insbesondere für Agentforce genutzt werden können. Saubere, gut organisierte Daten gelten als Voraussetzung dafür, dass KI-Agenten zuverlässig und effektiv arbeiten können.

Der jüngste und wohl bedeutendste Schritt ist die angekündigte Übernahme des KI-Unternehmens Fin für 3,6 Milliarden US-Dollar. Fins Kernprodukt ist ein KI-Agent für den Kundenservice, der auf dem proprietären Apex-KI-Modell basiert. Der Agent ist darauf ausgelegt, komplexe Kundenanliegen über verschiedene Kanäle hinweg zu lösen. Da Salesforce in erster Linie als Anbieter von Customer-Relationship-Management-Lösungen (CRM) bekannt ist, hat die Stärkung dieses Bereichs für das Unternehmen höchste Priorität. Der Abschluss der Transaktion wird für das vierte Quartal des Salesforce-Geschäftsjahres erwartet, das im Januar 2027 endet.

Bewertung auf attraktivem Niveau – aber Wachstum bleibt entscheidend

Der massive Kursrückgang hat die Bewertung der Salesforce-Aktie auf ein historisch günstiges Niveau gedrückt. Basierend auf Analystenschätzungen für das Geschäftsjahr 2027 wird das Papier derzeit mit einem erwarteten Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von unter 3 sowie einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 11,5 gehandelt. Gleichzeitig hat das Unternehmen seinen Umsatz kontinuierlich im niedrigen zweistelligen Bereich gesteigert.

Isoliert betrachtet erscheint dies wie ein attraktiver Einstiegszeitpunkt für langfristig orientierte Anleger. Allerdings wird Salesforce ein beschleunigtes Umsatzwachstum vorweisen müssen, damit sich die Aktie von ihrem aktuellen Niveau aus nachhaltig erholen kann. Die Hoffnung des Unternehmens ruht dabei auf den beiden Übernahmen: Informatica soll die Datenbasis für KI-Agenten schaffen, während Fin ein leistungsfähigeres Frontend im Kundenservice liefern soll.

Falls es Salesforce gelingt, mit diesen Akquisitionen die bestehenden Wachstumsprobleme zu überwinden und das Umsatzwachstum spürbar zu beschleunigen, könnte die Aktie auf dem aktuellen Bewertungsniveau tatsächlich ein unterbewertetes Schnäppchen darstellen. Für Anleger bleibt die entscheidende Frage, ob die Strategie aufgeht – und ob Agentforce das Potenzial hat, sich als ernstzunehmende KI-Plattform im Unternehmensmarkt zu etablieren.

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