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Rückgang der Aktionärszahlen in Deutschland hält an

Unsicherheit, Sparzinsen und Vorsicht prägen das Anlageverhalten der Bevölkerung

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Rückgang der Aktionärszahlen in Deutschland hält an

Die Zahl der Aktionäre in Deutschland ist im zweiten Jahr in Folge zurückgegangen, wie das Deutsche Aktieninstitut (DAI) mitteilte. Im Jahresdurchschnitt 2024 besaßen etwa 12,1 Millionen Menschen in Deutschland Aktien, Aktienfonds oder börsengehandelte Indexfonds (ETFs). Damit liegt der Anteil der Aktionäre an der Bevölkerung ab 14 Jahren bei 17,2 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2023 waren es noch über 12,3 Millionen, und 2022 wurde mit fast 12,9 Millionen Aktionärinnen und Aktionären ein Rekordhoch erreicht.

Das Aktieninstitut führt den Rückgang unter anderem auf die unsichere wirtschaftliche Lage und gestiegene Sparzinsen zurück, die andere Anlageformen attraktiver gemacht haben. Trotz dieser Entwicklung bleibt die Zahl der Aktionäre weiterhin über der Zwölf-Millionen-Marke, was als Zeichen für ein wachsendes Verständnis für die Bedeutung von Aktien in der Altersvorsorge und dem Vermögensaufbau gewertet wird. Allerdings zeigt sich laut einer Umfrage des Bundesverbandes deutscher Banken ein zunehmendes Sicherheitsbedürfnis bei der Geldanlage. Nur 19 Prozent der Befragten im Dezember 2024 gaben an, bereit zu sein, höhere Risiken einzugehen, um potenziell höhere Renditen zu erzielen. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 33 Prozent.

Die Präferenz vieler Deutscher für sichere Anlageformen zeigt sich auch in der Verteilung des Geldvermögens privater Haushalte. Eine Hochrechnung der DZ Bank ergab, dass rund 36,8 Prozent des Geldvermögens – etwa 3,4 Billionen Euro – auf Bargeld und Einlagen wie Tagesgeld entfallen. Aktien machen hingegen lediglich 9,4 Prozent aus, was einem Wert von 880 Milliarden Euro entspricht. Die Attraktivität von Tages- und Festgeld ist nach der Zinswende der Europäischen Zentralbank im Jahr 2022 gestiegen, auch wenn die Konditionen zuletzt wieder schlechter geworden sind.

Besonders aktiv zeigen sich hingegen jüngere Anleger. In der Altersgruppe der unter 40-Jährigen stieg die Zahl der Aktienanleger 2024 um 150.000 auf 3,7 Millionen, was gegen den allgemeinen Trend verläuft. Das Aktieninstitut sieht darin einen Hoffnungsschimmer und fordert politische Maßnahmen zur Förderung der Aktienkultur. Vorschläge wie das sogenannte Generationenkapital, das Aktienrenditen für die Stärkung der gesetzlichen Rente nutzen sollte, sind bisher nicht umgesetzt worden. Die Erwartungen richten sich nun auf eine mögliche Unterstützung durch eine zukünftige Bundesregierung.

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