Rocket Lab übernimmt Iridium für acht Milliarden Dollar
Mit der Übernahme des Satellitenbetreibers Iridium sichert sich Rocket Lab eine eigene Flotte und Funkressourcen gegen SpaceX.

Rocket Lab (RKLB) hat der Übernahme von Iridium Communications (IRDM) zugestimmt. Die Transaktion bewertet das in McLean, Virginia, ansässige Unternehmen mit einem Unternehmenswert von 8 Milliarden US-Dollar – ein bedeutender Schritt im wachsenden Wettbewerb im kommerziellen Raumfahrtsektor.
Die Transaktion ist als Bar- und Aktiengeschäft strukturiert. Rocket Lab bewertet dabei jede Iridium-Aktie mit 54 US-Dollar. Die Aktie von Iridium verzeichnete daraufhin einen Kursanstieg von über 20 Prozent, während Rocket Lab selbst rund 9 Prozent zulegte – ein deutliches Signal, dass Investoren das strategische Potenzial des Deals anerkennen.
Strategischer Vorstoß gegen SpaceX
Mit der Übernahme sichert sich Rocket Lab die Kontrolle über eine bestehende Satellitenflotte sowie Zugang zu wertvollen Funkressourcen. Beides gilt als entscheidende Voraussetzung, um im hart umkämpften Markt für Satellitenkommunikation gegen den Branchenriesen SpaceX konkurrenzfähig zu sein. SpaceX betreibt mit seinem Starlink-Netzwerk bereits Tausende von Satelliten im Erdorbit und dominiert weite Teile des Marktes für Breitband-Satellitenkommunikation.
Iridium Communications ist kein unbekannter Name in der Branche. Das Unternehmen betreibt eines der wenigen globalen Satellitenkommunikationsnetzwerke, das nahezu lückenlose Abdeckung – auch in abgelegenen Regionen und über den Polen – bietet. Diese Infrastruktur ist für viele Anwendungen in der Schifffahrt, Luftfahrt, Militär und im Katastrophenschutz unverzichtbar.
Rocket Lab auf Expansionskurs
Rocket Lab hat sich in den vergangenen Jahren vom reinen Raketenstarter zu einem umfassenderen Raumfahrtunternehmen entwickelt. Mit der Übernahme von Iridium vollzieht das Unternehmen nun einen weiteren großen Schritt: Statt nur Satelliten für andere ins All zu befördern, will Rocket Lab künftig auch eigene Satellitendienste betreiben und damit die gesamte Wertschöpfungskette im Raumfahrtsektor abdecken.
Für deutsche und europäische Anleger ist der Deal aus mehreren Gründen relevant. Der Markt für Satellitenkommunikation gilt als einer der am schnellsten wachsenden Bereiche der Technologiebranche. Die Konsolidierung unter den Anbietern – wie sie diese Übernahme darstellt – dürfte den Wettbewerb mit SpaceX langfristig intensivieren und neue Investitionsmöglichkeiten schaffen.
Die genauen Bedingungen des Abschlusses sowie der erwartete Zeitplan für die Finalisierung der Transaktion wurden von Rocket Lab am Montag bekanntgegeben. Weitere Details zur Finanzierung und zur künftigen Integration von Iridium in die Rocket-Lab-Struktur stehen noch aus.
