Rezessionsängste erschüttern deutsche Indizes
Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

Die deutschen Indizes erlebten gestern einen schlechten Tag, da neue Rezessionsängste aufkamen, nachdem enttäuschende Konjunkturdaten veröffentlicht wurden. Die Schwäche in der deutschen Industrie veranlasste die Anleger am deutschen Aktienmarkt zu Vorsicht. Der DAX, der gestern noch über 16.700 Punkten schloss, konnte heute nicht seinen Schwung aufrechterhalten und schloss mit einem Minus von 0,17 Prozent bei 16.688 Punkten.
Analyst Pierre Veyret vom Broker ActivTrades merkte an, dass derzeit positive Impulse fehlen. Marktexperte Andreas Lipkow verwies auf die schwachen Daten zur Industrieproduktion in Deutschland, die bei den Investoren keine Begeisterung auslösten.
Die deutschen Unternehmen haben im November überraschend zum sechsten Mal in Folge ihre Produktion gedrosselt. Industrie, Bau und Energieversorger produzierten zusammen 0,7 Prozent weniger als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt berichtete. Diese Entwicklung bereitet Sorge, da sie auf einen möglichen Tiefpunkt in der Produktion hindeutet. Alexander Krüger, Chefvolkswirt der Privatbank Hauck Aufhäuser Lampe, äußerte sich besorgt über diese Zahlen und betonte, dass die Alarmglocken bei der Regierung lauter schrillen sollten.
Besonders zyklische Chemie-Aktien waren von dieser Nachricht betroffen, mit Verlusten bei Unternehmen wie Wacker Chemie und BASF.
In den USA nahmen die Anleger gestern wieder den Rückwärtsgang ein. Obwohl es vorgestern eine Erholungsrally bei den Technologiewerten an der Nasdaq gab, fanden sich gesternnicht genügend Käufer für die Fortsetzung. Der Dow Jones Industrial verlor in den ersten Handelsstunden 0,62 Prozent, der S&P 500 gab um 0,40 Prozent nach, und der Nasdaq 100 verzeichnete einen Rückgang um 0,36 Prozent.
Die Technologieaktien in den USA haben ihren Ausverkauf vorerst beendet, aber die weitere Entwicklung hängt von den Inflationsdaten ab, die am Donnerstag veröffentlicht werden. Diese Daten könnten auch den Kurs der US-Notenbank Federal Reserve beeinflussen.
Die Weltbank prognostiziert, dass das globale Wirtschaftswachstum im Jahr 2024 das dritte Jahr in Folge abnehmen wird. Laut der heute veröffentlichten Prognose wird das weltweite Bruttoinlandsprodukt voraussichtlich nur um 2,4 Prozent steigen, im Vergleich zu 2,6 Prozent im Jahr 2023. Dieses Wachstum wird voraussichtlich schwächer ausfallen als in den Jahren nach der weltweiten Finanzkrise 2008/09 oder nach der Internetblase in den frühen 2000er Jahren. Die stellvertretende Weltbank-Chefvolkswirtin Ayhan Kose äußerte sich besorgt über diese Entwicklung.
