Revolution auf Rädern
Continental und Deep Drive entwickeln neuartige, ressourcenschonende Elektroantriebe mit integrierter Bremse

Die Revolution des Elektroantriebs nimmt Fahrt auf: Continental, ein gewichtiger Akteur im DAX, verschreibt sich in einer robusten Allianz mit dem Münchner Start-up Deep Drive dem fortgeschrittenen Pioniergeist im Sektor der Elektromobilität. Mit einem visionären Antriebssystem, das direkt in die Radnaben von Elektroautos integriert ist und zudem eine integrierte Bremse aufweist, streben beide Unternehmen an, das Fundament der Elektromobilität nachhaltig zu verändern.
Die Technologie ist nicht bloß innovativ, sie repräsentiert auch eine Renaissance eines Konzepts aus dem 19. Jahrhundert – den „Lohner-Porsche“, ein Elektroauto, dessen Antrieb direkt in den Rädern platziert war. Die heutige Technologie, entwickelt von Deep Drive, ermöglicht nicht nur eine höhere Reichweite, sondern auch eine reduzierte Masse, Kosteneffizienz und eine umweltfreundliche Option für die zukünftige Mobilität. Ein weiterer Pluspunkt: Beim Bremsen kann mehr Energie zurückgewonnen werden.
Trotz ihrer geringen Größe ist die Jungfirma Deep Drive keineswegs ein leichtgewichtiger Partner in dieser Partnerschaft. Im Gegenteil, sie ist eine Kraft, die geschätzt wird und deren Ambitionen durchaus Gewicht haben: mit der Prognose, dass ihre Radnabenlösung in Zukunft etwa zehn Prozent der Antriebslösungen bei Elektroautos ausmachen wird. Der Geschäftsführer Felix Pörnbacher präsentiert sich mit diesen „ambitionierten Zielen“ selbstbewusst und zukunftsorientiert.
Währenddessen bietet Continental nicht nur Finanzmittel – wie sich bereits in einer Finanzierungsrunde, die Deep Drive insgesamt 15 Millionen Euro einbrachte, zeigte – sondern auch den wertvollen Zugang zu großen Automobilherstellern. Beide Firmen, sowohl der etablierte Konzern als auch das dynamische Start-up, erkennen dabei den inhärenten Wert des anderen: Deep Drive benötigt den „großen Bruder“, und Continental benötigt die innovative Frische und Agilität des kleineren Partners.
Ein konkreter Meilenstein, auf den beide Unternehmen hinarbeiten, ist die Präsentation eines ersten Prototypen auf der Consumer Electronics Show (CES) im Januar 2024 in Las Vegas. Es ist ein Ereignis, das potenziell die Blicke der globalen Automobilindustrie auf sich ziehen könnte, insbesondere da beide Unternehmen weltweit – besonders in Märkten wie Europa, China, Japan, Südkorea und den USA – mit führenden Automobilherstellern in Gesprächen sind.
Trotz der internationalen Ausrichtung und der rationalen, pragmatischen Interaktion mit chinesischen Unternehmen betrachtet sich Deep Drive auch als einen wesentlichen Bestandteil der „europäischen Schlüsseltechnologie“. Während konkurrierende Unternehmen wie Protean Electric aus China und Elaphe Propulsion Technologies aus Slowenien bereits am Markt agieren, balanciert Deep Drive die Globalisierung mit einer starken Verwurzelung in der europäischen Innovationslandschaft.
Obwohl das Start-up nach eigenen Angaben derzeit finanziell gut aufgestellt ist, deutet die Planung der nächsten Finanzierungsrunde für Anfang 2025 auf einen fortgesetzten Hunger nach Wachstum und Expansion hin. Und obwohl Kontroversen und Diskussionen über die Bewertungen von Start-ups und Investorenverhalten in der Branche schwelen, bleibt Deep Drive von solchen Debatten unberührt, teilweise dank des signifikanten finanziellen Zuschusses durch Größen wie Continental und BMW im März 2023.
Es bleibt zu beobachten, wie diese Synergie zwischen dem mächtigen, traditionsreichen Continental und dem agilen, innovativen Deep Drive die Landschaft der Elektromobilität in den kommenden Jahren prägen wird. Die Partnerschaft birgt nicht nur das Potential, technologische Innovationen hervorzubringen, sondern könnte auch ein leuchtendes Beispiel für die erfolgreiche Verschmelzung von etablierter Industrie und start-up Dynamik auf dem Weg zur elektrischen Zukunft darstellen.
