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RBI hält Leitzins stabil und senkt Indiens BIP-Prognose

Indiens Zentralbank belässt den Repo-Satz bei 5,25 % und reagiert auf wachsende wirtschaftliche Risiken durch Krieg und Inflation.

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RBI hält Leitzins stabil und senkt Indiens BIP-Prognose

Die Reserve Bank of India (RBI) hat am Freitag ihren Leitzins unverändert bei 5,25 % belassen und gleichzeitig ihre Wachstumsprognose für die indische Wirtschaft deutlich nach unten korrigiert. Die Entscheidung fiel wie von Analysten erwartet aus. Die Zentralbank behielt zudem ihre neutrale geldpolitische Haltung bei.

RBI-Gouverneur Sanjay Malhotra begründete die Entscheidung mit der anhaltenden Unsicherheit rund um den Krieg im Nahen Osten. „Obwohl die Risiken einer höheren Inflation zugenommen haben, hielt es der geldpolitische Ausschuss für klug, auf mehr Klarheit zu warten", sagte Malhotra. Die Zentralbank wolle zunächst die weiteren Auswirkungen des Konflikts abwarten, bevor sie geldpolitische Maßnahmen ergreife.

Wachstumsprognose deutlich gesenkt

Malhotra senkte die BIP-Prognose der RBI für das laufende Geschäftsjahr von zuvor 6,9 % auf nun 6,6 %. Als Ursachen nannte er eine Kombination aus steigenden Ölpreisen, einer gestörten Monsunzeit sowie einer schwächelnden Weltwirtschaft. Trotz dieser Belastungen betonte der Gouverneur, dass Indien in einer soliden wirtschaftlichen Ausgangslage in diese Phase der Turbulenzen eingetreten sei.

Besonders gravierend wirkt sich der Krieg der USA und Israels gegen den Iran auf die indische Wirtschaft aus. Indien importiert über 80 % seines Ölverbrauchs, ein Großteil davon aus dem Nahen Osten. Die Unterbrechung dieser wichtigen Rohölquelle ließ die Ölpreise stark ansteigen und belastete die indische Rupie erheblich, die zeitweise auf Rekordtiefs fiel. Die RBI musste wiederholt an den Devisenmärkten intervenieren, um die Währung zu stützen.

Inflation auf dem Vormarsch

Auch die Inflationserwartungen hat die RBI deutlich angehoben. Die Prognose für die Verbraucherpreisinflation (CPI) im laufenden Geschäftsjahr wurde von 4,6 % auf 5,1 % erhöht. Malhotra warnte, dass die Inflation in den kommenden Monaten weiter steigen dürfte. Als treibende Faktoren nannte er höhere Ölpreise infolge des Iran-Krieges sowie steigende Lebensmittelkosten, die auf eine schwächere Monsunzeit zurückzuführen seien.

Die Monsunzeit spielt für Indien eine entscheidende wirtschaftliche Rolle, da sie die Landwirtschaft und damit die Lebensmittelversorgung des bevölkerungsreichen Landes maßgeblich beeinflusst. Schwächere Niederschläge können die Ernteerträge drücken und die Nahrungsmittelpreise in die Höhe treiben – ein Risiko, das die RBI nun explizit in ihre Prognosen einbezieht.

Für internationale Anleger und Beobachter verdeutlicht die Entscheidung der RBI, wie stark geopolitische Ereignisse wie der Nahost-Konflikt auf Schwellenländer wie Indien ausstrahlen. Die Kombination aus Währungsdruck, steigender Inflation und gedämpftem Wachstum stellt die indische Geldpolitik vor eine komplexe Herausforderung. Die Zentralbank setzt vorerst auf Abwarten – und behält sich weitere Schritte vor, sobald die Lage klarer wird.

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