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Raspberry Pi, Princes Group und AG Barr im Stockpicking-Check

Drei britische Unternehmen im Fokus: Zwischen KI-Euphorie, Turnaround-Strategie und Getränke-Diversifizierung.

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Raspberry Pi, Princes Group und AG Barr im Stockpicking-Check

Raspberry Pi erlebt derzeit eine bemerkenswerte Transformation vom Nischenproduzenten für Technik-Hobbyisten zum gefragten KI-Profiteur. Der britische Einplatinencomputer-Hersteller steht im Mittelpunkt einer wachsenden Investorendebatte, seit autonome KI-Programme zunehmend in lokalen Netzwerken statt in der Cloud betrieben werden. Die preisgünstigen Computerplatinen des Unternehmens gelten dabei als attraktive Einstiegslösung für die neue Technologiewelle.

Die Kursentwicklung spiegelt diese Aufmerksamkeit deutlich wider. Im Jahr 2025 schwankte die Aktie nur einmal um mehr als zehn Prozent an einem einzigen Tag – 2026 war dies bereits sechsmal der Fall. Hedgefonds wie Marshall Wace und Walleye Capital haben laut FCA-Daten Short-Positionen eröffnet oder aufgestockt, während Privatanleger zunehmend einsteigen. Dieses Spannungsfeld treibt die Volatilität des Papiers erheblich an.

Operativ überzeugte Raspberry Pi zuletzt mit starken Zahlen. Umsatz und bereinigtes EBITDA stiegen im abgelaufenen Jahr jeweils um rund 25 Prozent, angetrieben vor allem durch das Geschäftskundengeschäft – etwa für Überwachungssysteme und digitale Beschilderungen. Der Cash-Gewinn legte um 25 Prozent auf 46,4 Millionen US-Dollar zu, die Börsenbewertung stieg am Tag der Veröffentlichung um 44 Prozent.

Margenrisiko durch steigende DRAM-Kosten

Doch die KI-Welle erweist sich als zweischneidiges Schwert. Die Analysten von Jefferies hoben ihre Umsatzprognosen für 2026 um mehr als zwei Fünftel an, die EBITDA-Schätzungen jedoch nur um zwei Prozent. Grund: KI-Rechenzentren absorbieren den Großteil der DRAM-Chip-Kapazitäten, was die Kosten für Raspberry Pi erhöht. Als Gegenmaßnahmen setzt das Unternehmen auf Preiserhöhungen, eine breitere Lieferantenbasis und höhere Lagerbestände.

CEO Eben Upton setzt zudem auf das Wachstumspotenzial von Mikrocontrollern – kleinere Halbleiterprodukte ohne DRAM-Bedarf. Obwohl ihr Umsatzbeitrag derzeit noch gering ist, sieht Upton langfristig das Potenzial für Hunderte Millionen verkaufter Einheiten. Trotz des Margendrucks behalten Analysten ihre Kaufempfehlung bei, da die Aktien auf Basis des Enterprise Value/EBITDA unter dem Median-Multiple des Halbleitersektors gehandelt werden.

Princes Group: Eindrucksvoller Turnaround mit Geopolitik-Risiko

Ein ganz anderes Bild zeigt die Princes Group, ein britischer Lebensmittel- und Getränkekonzern. Nach einem Vorsteuerverlust von sechs Millionen Pfund im Jahr 2024 kehrte das Unternehmen 2025 mit einem Vorsteuergewinn von 55 Millionen Pfund in die Gewinnzone zurück. Der konsolidierte Umsatz sprang um 46 Prozent auf 1,9 Milliarden Pfund, wobei die bereinigte Pro-forma-EBITDA-Marge um 181 Basispunkte auf 7,8 Prozent stieg.

Besonders bemerkenswert ist die Bilanzverbesserung: Aus einer Nettoverschuldung von 417 Millionen Pfund wurde dank Börsenerlösen und der Kapitalisierung alter Gesellschafterdarlehen ein Nettoguthaben von 311 Millionen Pfund. Dennoch trüben geopolitische Risiken das Bild. Der Iran-Konflikt setzt die Lieferketten des Unternehmens unter Druck, und die Aktien notieren rund 18 Prozent unter dem Emissionspreis von 475 Pence. Analysten sehen den Turnaround als beeindruckend, bevorzugen angesichts von Inflation und Geopolitik jedoch einfachere Einstiegspunkte.

AG Barr: Diversifizierung jenseits von Irn Bru

Die schottische Getränkegruppe AG Barr, bekannt für ihre Kultmarke Irn Bru, verfolgt eine ambitionierte Wachstumsstrategie. Trotz einer zwölfmonatigen Portfolioumschichtung steigerte das Unternehmen Umsatz und Gewinn: Preisanpassungen ließen den Umsatz um vier Prozent steigen, während starkes Kostenmanagement den Betriebsgewinn um zusätzliche zehn Millionen Pfund erhöhte.

Das langfristige Ziel ist klar: AG Barr will die Unternehmensgröße verdoppeln. Nach dem Verkauf des Strathmore-Wassergeschäfts tätigte das Unternehmen mehrere Akquisitionen, darunter die Kurkuma-Shot-Marke Innate Essence sowie die Saftmarken Frobishers und Fentimans. Der Anteil der Kernmarke Irn Bru am Gesamtumsatz sank dadurch von 43 Prozent vor fünf Jahren auf heute 32 Prozent – ein Zeichen gelungener Diversifizierung.

Mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 2,3 liegt AG Barr weiterhin unter dem Sektordurchschnitt der Erfrischungsgetränkebranche. Analysten bewerten die Aktie angesichts des gebotenen Wachstums und der laufenden Akquisitionsstrategie als attraktiv. Die Übernahmeserie zeigt dabei keine Anzeichen einer Verlangsamung.

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