Raiffeisen Bank stoppt neue Broker-Konten in Russland
Europäische Zentralbank drängt auf deutlichen Geschäftsrückzug bis 2026.

Die Russland-Tochter der österreichischen Raiffeisen Bank International (RBI) wird bis auf Weiteres keine neuen Konten für Wertpapiergeschäfte eröffnen. Diese Maßnahme ist eine Reaktion auf die Forderung der europäischen Aufsichtsbehörden, die Geschäfte in Russland abzubauen. Dies teilte die russische Tochter der RBI am Montag mit. Grund für diesen Schritt ist die Weisung der Europäischen Zentralbank (EZB), die RBI-Gruppe zu einer Reduzierung ihres Aktivitätsvolumens auf dem russischen Markt zwingt.
Die EZB hatte die RBI sowie die italienische UniCredit und andere Banken dazu aufgefordert, den Abbau ihrer Geschäfte in Russland zu beschleunigen, um die Risiken zu mindern. Die RBI ist in Russland die größte westliche Bank und erwirtschaftet dort die Hälfte ihres Gewinns. Seit mehr als zwei Jahren prüft das Geldhaus einen Ausstieg aus dem Land, konnte sich aber bisher nicht dazu durchringen, da Russland eine bedeutende Einnahmequelle für die Bank darstellt.
Nach Angaben der Bank verlangt die EZB, dass der Kreditbestand bis 2026 um 55 Prozent auf rund drei Milliarden Euro reduziert wird. Zusätzlich sollen die Zahlungsverkehrsaktivitäten erheblich eingeschränkt werden. Diese Maßnahmen sind Teil eines größeren Plans, die Präsenz der westlichen Banken in Russland zu verringern und die damit verbundenen finanziellen Risiken zu minimieren.
Die Entscheidung, keine neuen Broker-Konten mehr zu eröffnen, ist ein weiterer Schritt in diesem Prozess. Die Bank steht unter zunehmendem Druck der europäischen Aufsichtsbehörden, die ihre Sorge über die Stabilität und Sicherheit des europäischen Finanzsystems angesichts der geopolitischen Spannungen mit Russland ausdrücken.
Die Situation stellt die RBI vor große Herausforderungen, da sie nun Wege finden muss, um ihre Gewinne anderswo zu sichern und gleichzeitig den Forderungen der Aufsichtsbehörden nachzukommen. Die Maßnahmen der EZB zielen darauf ab, die Exponierung der europäischen Banken gegenüber dem russischen Markt zu reduzieren, was langfristig zu einer stabileren und sichereren finanziellen Lage führen soll.
Der Abbau der Geschäfte in Russland wird für die RBI ein schwieriger und komplexer Prozess sein, da er nicht nur finanzielle, sondern auch logistische und operative Anpassungen erfordert. Die Bank muss nun eine Balance finden zwischen den Anforderungen der EZB und den eigenen wirtschaftlichen Interessen, um die zukünftige Stabilität und Rentabilität sicherzustellen.
