Proteste gegen massiven Stellenabbau bei ZF
Mitarbeiter fordern Rücknahme der Abbaupläne – Konzern kämpft mit hoher Verschuldung und E-Mobilität

Tausende Beschäftigte des Autozulieferers ZF haben an mehreren Standorten gegen den geplanten Stellenabbau demonstriert. Nach Angaben des Betriebsrats und der Gewerkschaft IG Metall beteiligten sich am Hauptsitz in Friedrichshafen etwa 4.000 Mitarbeiter an den Protesten. Auch in anderen Städten wie Saarbrücken und Mannheim fanden ähnliche Aktionen statt. Die IG Metall forderte in Mannheim das Management auf, die Abbaupläne zurückzunehmen. Hintergrund der Proteste ist die Ankündigung des Unternehmens, in den kommenden Jahren bis zu 14.000 Arbeitsplätze in Deutschland abzubauen.
ZF gehört zu den größten Autozulieferern weltweit und beschäftigt allein in Deutschland rund 54.000 Menschen an 35 Standorten. Das Unternehmen plant, die Arbeitsplätze in den kommenden Wochen standortspezifisch abzubauen und gleichzeitig die Standorte besser zu vernetzen sowie schlankere Strukturen zu schaffen. Der Abbau wird als Teil eines umfassenden Restrukturierungsplans gesehen, der notwendig sei, um ZF zukunftsfähig zu machen. Genaue Zahlen zum Stellenabbau an den einzelnen Standorten sollen in den kommenden Wochen bekannt gegeben werden.
Das Unternehmen ZF steht vor großen Herausforderungen, die mit dem Wandel in der Automobilbranche zusammenhängen. Besonders die Umstellung auf Elektromobilität und die damit verbundenen Verzögerungen belasten das Unternehmen. Hohe Produktionskosten, insbesondere in Deutschland, erschweren die Situation zusätzlich. Laut der Personalvorständin und Arbeitsdirektorin Lea Corzilius müsse ZF wettbewerbsfähiger werden, um langfristig auf dem Markt bestehen zu können. Diese Maßnahmen seien notwendig, um die deutschen Standorte nachhaltig zu stärken.
Bereits im Frühjahr dieses Jahres hatte ZF aufgrund seiner hohen Verschuldung ein strenges Sparprogramm eingeführt. Ziel ist es, die Kosten weltweit um etwa sechs Milliarden Euro zu senken, um den Weg in die Elektromobilität ab 2026 erfolgreich zu meistern. Die hohe Verschuldung des Unternehmens resultiert unter anderem aus den Zukäufen des US-amerikanischen Autozulieferers TRW und des Bremsenspezialisten Wabco.
ZF ist global an mehr als 160 Produktionsstandorten in 31 Ländern vertreten und beschäftigt rund 169.000 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr erzielte der Konzern einen Umsatz von 46,6 Milliarden Euro und gehört damit zusammen mit Bosch und Continental zu den größten Autozulieferern Deutschlands.
