Polizei durchsucht Bolsonaros Haus nach Waffen – ohne Ergebnis
Brasiliens Bundespolizei fand bei einer Hausdurchsuchung beim inhaftierten Ex-Präsidenten Bolsonaro weder Waffen noch Munition.

Die brasilianische Bundespolizei hat am Mittwoch das Haus des ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro durchsucht. Ziel der Maßnahme war die Suche nach Waffen und Munition. Die Aktion verlief jedoch ohne Ergebnis – es wurde nichts gefunden.
Bolsonaros Anwalt Joao Henrique de Freitas bestätigte die Durchsuchung in einem Beitrag auf der Plattform X. „Die Verteidigung hatte bereits zuvor über den Verbleib aller Waffen informiert. Ergebnis: Es wurde nichts gefunden", schrieb de Freitas. Die Maßnahme war laut der brasilianischen Zeitung Estadao vom Richter am Obersten Gerichtshof, Alexandre de Moraes, genehmigt worden.
Hintergrund: Bolsonaro unter Hausarrest
Der 71-jährige Bolsonaro verbüßt seit November eine 27-jährige Haftstrafe. Er war wegen der Planung eines Staatsstreichs verurteilt worden, nachdem er die Präsidentschaftswahl 2022 gegen den amtierenden Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva verloren hatte. Für internationale Beobachter und deutsche Anleger mit Brasilien-Engagement ist die politische Lage im größten Land Lateinamerikas damit weiterhin angespannt.
Richter Moraes hatte Bolsonaro am vergangenen Freitag erlaubt, seine Strafe im Hausarrest zu verbüßen. Ausschlaggebend waren gesundheitliche Bedenken: Der ehemalige Präsident leidet seit einem Messerattentat während des Wahlkampfs im Jahr 2018 an erheblichen gesundheitlichen Problemen.
Vorfall mit beschlagnahmter Schusswaffe
Der aktuelle Durchsuchungsbefehl steht offenbar im Zusammenhang mit einem Vorfall aus dem vergangenen Monat. Damals wurde bei einer Polizeikontrolle eine Schusswaffe aus dem Besitz Bolsonaros bei einem Mitglied seines Sicherheitsstabs beschlagnahmt. Der Fund hatte Fragen über den Verbleib weiterer Waffen des Ex-Präsidenten aufgeworfen.
Generalstaatsanwalt Paulo Gonet hatte in einem von Richter Moraes angeforderten Gutachten empfohlen, Bolsonaro trotz des Vorfalls weiterhin unter Hausarrest zu belassen. Diese Empfehlung wurde offenbar berücksichtigt. Die nun abgeschlossene Durchsuchung lieferte keine neuen belastenden Erkenntnisse gegen den ehemaligen Staatschef.
Brasilien bleibt damit politisch im Fokus: Der Fall Bolsonaro beschäftigt die brasilianische Justiz seit seiner Wahlniederlage 2022 kontinuierlich. Für Investoren, die in brasilianische Märkte oder den Real investiert sind, bleibt die innenpolitische Stabilität des Landes ein wichtiger Beobachtungsfaktor.
