Pinterest-Aktie bricht um 22% ein: Zölle belasten Quartalsergebnis massiv
Social-Media-Plattform verfehlt Erwartungen deutlich und senkt Prognose für erstes Quartal 2025.

Die Aktien von Pinterest sind am Freitag im vorbörslichen Handel um 22 Prozent eingebrochen. Auslöser waren enttäuschende Quartalszahlen und ein schwacher Ausblick, den das Unternehmen mit den Auswirkungen von Zöllen begründete. Die Social-Media-Plattform verfehlte die Erwartungen der Analysten sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn.
Im vierten Quartal erzielte Pinterest einen Umsatz von 1,32 Milliarden US-Dollar und lag damit knapp unter den Konsensschätzungen von 1,33 Milliarden Dollar. Dramatischer fiel der Gewinneinbruch aus: Der Nettogewinn sackte um 85 Prozent auf 277 Millionen Dollar ab, nach 1,85 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal. Auch das bereinigte EBITDA von 541,5 Millionen Dollar blieb hinter den Erwartungen von 550 Millionen Dollar zurück.
Für das laufende erste Quartal rechnet das Unternehmen mit Erlösen zwischen 951 und 971 Millionen Dollar. Analysten hatten hingegen mit 980 Millionen Dollar gerechnet. CEO Bill Ready erklärte, Pinterest habe in diesem Jahr einen "exogenen Schock im Zusammenhang mit Zöllen" verkraften müssen und sei besonders von reduzierten Werbeausgaben großer Einzelhändler betroffen.
Stellenabbau und KI-Offensive
Als Reaktion auf die schwierige Lage kündigte Pinterest bereits im Januar an, weniger als 15 Prozent der Belegschaft zu entlassen und Büroflächen zu reduzieren. Die eingesparten Ressourcen sollen in KI-fokussierte Teams und die Entwicklung KI-gestützter Produkte und Funktionen fließen. Das Unternehmen setzt damit verstärkt auf Künstliche Intelligenz als Wachstumstreiber.
Analysten stufen Aktie herab
Die US-Bank Citi reagierte prompt und stufte die Pinterest-Aktie von "Buy" auf "Neutral" herab. Als Begründung nannten die Analysten die begrenzte Visibilität bei größeren Werbekunden in Nordamerika und Europa, teilweise aufgrund von Zöllen und Herausforderungen in spezifischen Branchen wie dem Einrichtungssektor. Auch die Neuausrichtung der Vertriebsfunktion und höhere Investitionen, die die Margen belasten, wurden als Risikofaktoren genannt.
Goldman Sachs geht davon aus, dass die Umsatzentwicklung von Pinterest kurzfristig weiterhin unter makroökonomischem Gegenwind wie Zöllen und schwächeren Konsumausgaben leiden wird. Langfristig bleibe das Management jedoch optimistisch hinsichtlich seiner Wachstumsstrategie, die auf Diversifizierung der Werbebasis, Automatisierung und performanceorientierten Zielen basiere.
Nutzerwachstum bleibt stark
Trotz der finanziellen Herausforderungen verzeichnete Pinterest beim Nutzerwachstum weiterhin Erfolge. Die Zahl der weltweit monatlich aktiven Nutzer stieg im vierten Quartal im Jahresvergleich um 12 Prozent auf ein Allzeithoch von 619 Millionen. Besonders stark fiel das Wachstum bei der Generation Z aus, was die Analysten als positives Signal für die langfristige Entwicklung werten.
