OneGold startet Mastercard: Gold und Silber direkt an der Kasse ausgeben
Die OneGold Card liquidiert Gold- und Silberbestände sofort zum Spotpreis und finanziert damit Einkäufe und Bargeldabhebungen weltweit.

Die Plattform für gelagerte Edelmetalle OneGold hat die Einführung einer neuen Mastercard (NYSE:MA) angekündigt. Die Karte liquidiert die Gold- und Silberbestände der Nutzer sofort zu Spotpreisen, um alltägliche Einzelhandelskäufe und Bargeldabhebungen an Geldautomaten zu finanzieren. Das 2018 gegründete Unternehmen versucht damit, die Liquidität und die niedrigen Handelskosten eines börsengehandelten Fonds (ETF) mit dem direkten Besitz von physischem Metall zu verbinden.
Die OneGold Card wurde parallel zu einer vollständigen Überarbeitung der mobilen Anwendung und der Website des Unternehmens eingeführt. Dadurch können Kunden ihre zugewiesenen Metallguthaben überall dort ausgeben, wo Mastercard akzeptiert wird. Das System umgeht die traditionellen Reibungsverluste bei der Veräußerung von physischen Barren.
Konkret entfallen damit der Verkauf von Vermögenswerten in Münzläden, das Warten auf den Eingang von Schecks oder Verzögerungen bei Transaktionen während der Abwicklung von Banküberweisungen. Wenn ein Kunde die OneGold Card verwendet oder diese über Apple Pay und Google Pay nutzt, konvertiert die Plattform sofort den erforderlichen Anteil seiner Goldbestände zum aktuellen Spotpreis in Fiatwährung.
Die Details
Das Unternehmen gab an, keine Verkaufsgebühren für US-Gold-Umwandlungen zu erheben, die zur Finanzierung von Käufen oder Abhebungen dienen. Eine ähnliche Gebührenerlassregelung gilt für US-Silberbestände bis zum 31. Dezember 2026. Kunden halten zugewiesene Positionen in Gold, Silber und Platin, die in ihren weltweit gewählten Tresoren gelagert sind.
Die Plattform verwaltet derzeit mehr als 4 Millionen Unzen Metall. Diese Bestände sind vollständig durch Lloyd's of London versichert und werden durch regelmäßige externe Audits überprüft. Bis heute hat OneGold Transaktionen im Wert von über 1,5 Milliarden US-Dollar abgewickelt.
Ken Lewis, CEO der Bullion International Group, der Muttergesellschaft von OneGold, kommentierte den Start mit deutlichen Worten: "Mit dieser Karte ist Gold wieder Geld." Er ergänzte: "Seit Jahrhunderten ist Gold der ultimative Wertspeicher und Inflationsschutz, aber es war nicht etwas, das man an der Kasse ausgeben konnte. Die OneGold Card beseitigt diese letzte Hürde und macht Edelmetalle so liquide wie das Bargeld in Ihrer Brieftasche."
Die Bullion International Group betreibt mehrere Entitäten entlang der Lieferkette für Edelmetalle. Sie bietet Präge-, Lager-, Großhandels- und Einzelhandelsdienstleistungen über Marken wie APMEX, MTB und GOLD AVENUE an.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 12.04.2026 berichtete aktien.news über einen Sonderbericht von BCA Research, wonach Gold weit über seine traditionelle Rolle als "sicherer Hafen" hinausgewachsen ist. Demnach bietet das Edelmetall eine überlegene Liquidität und Diversifikationsvorteile, die das Fehlen von Renditen selbst in einem Hochzinsumfeld überwiegen. Eine der zentralen Sorgen institutioneller Anleger beim Einstieg in Gold ist die praktische Ausführung großer Positionen — genau jene Hürde, die OneGold mit seinem Kartenmodell adressiert.
Am 13.08.2026 berichtete aktien.news, dass Gold seit seinem Rekordhoch im Januar rund 21% an Wert verloren hat. Im gleichen Zeitraum erholte sich das S&P 500-Gold-Verhältnis von etwa 1,27 auf 1,79 — ein Anstieg von rund 40%. Analysten sahen darin eine erhebliche Neubewertung des relativen Wertes, die jedoch den übergeordneten Trend zugunsten von Gold nicht bricht.
Am 19.09.2026 meldete aktien.news, dass NatGold Digital auf einer Firmenveranstaltung in Miami seine Vision zur Umwandlung verifizierter Goldreserven im Boden in ein neues Finanzasset präsentierte. Das Unternehmen will den monetären Wert von Gold nutzbar machen, ohne dass eine physische Förderung erforderlich ist. Zu den Teilnehmern gehörten NatGold-Gründer Anthony Wile, CEO Andrés Fernández und Executive Chairman Mark Radke.
Am 30.09.2026 berichtete aktien.news, dass der KI-Boom bislang nicht zu einem Anstieg der Goldnachfrage im Technologiesektor geführt hat. Das World Gold Council verwies auf die aktuell rekordhohen Goldpreise, schloss aber eine baldige Umkehr nicht aus. Louise Street, Senior Markets Analyst beim WGC, erklärte, dass Gold in High-End-Chips enthalten ist, die Geräte wie Smartphones, Laptops und Smartwatches antreiben.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist der Ansatz vor allem deshalb interessant, weil er eine der praktischen Hürden des Edelmetallbesitzes adressiert: die Umwandlung von Metall in liquide Mittel. Wer physische Barren hält, muss diese in der Regel erst verkaufen, bevor er das Geld ausgeben kann — mit den entsprechenden Zeitverzögerungen und Kosten.
OneGold kombiniert dagegen die Lagerung in Tresoren mit einer direkten Zahlungsfunktion. Allerdings sollten Anleger beachten, dass die Karte eine Mastercard ist und die Gebührenerlassregelung ausdrücklich auf US-Gold- und US-Silberbestände bezogen ist. Ob und in welchem Umfang europäische Kunden von den Konditionen profitieren, geht aus der Mitteilung nicht hervor.
Ein weiterer Aspekt ist die Verwahrung. Die Bestände sind zugewiesen und werden in weltweit gewählten Tresoren gelagert, vollständig durch Lloyd's of London versichert und durch regelmäßige externe Audits überprüft. Das unterscheidet das Modell von einem ETF, bei dem Anleger kein direktes Eigentum an bestimmten Barren halten.
Wichtig ist der Hinweis, dass es sich hier um eine Produktankündigung handelt und nicht um eine Anlageempfehlung. Der Autor des Originalartikels, Giann Liguid, gab an, kein direktes Investitionsinteresse an einem der genannten Unternehmen zu halten. Zudem weist das Investing News Network darauf hin, dass OneGold ein Kunde des Portals ist, der Artikel aber keine bezahlte Werbung darstellt.
Ausblick
Als konkreten Termin nennt das Unternehmen den 31. Dezember 2026. Bis dahin gilt die Gebührenerlassregelung für US-Silberbestände, die zur Finanzierung von Käufen oder Abhebungen umgewandelt werden. Für US-Goldbestände gab OneGold an, generell keine Verkaufsgebühren zu erheben.
Darüber hinaus nennt die Mitteilung keine weiteren Termine oder Expansionspläne. Beobachten lässt sich, ob das Unternehmen das Kartenmodell über die USA hinaus ausweitet und ob weitere Metalle neben Gold und Silber in die Zahlungsfunktion einbezogen werden. Konkrete Ankündigungen dazu liegen derzeit nicht vor.
Kurz erklärt
- Spotpreis: Der aktuelle Marktpreis eines Edelmetalls für eine sofortige Lieferung.
- ETF: Ein börsengehandelter Fonds, der einen Index oder Rohstoff abbildet und dessen Anteile wie Aktien gehandelt werden.
- Fiatwährung: Staatlich ausgegebenes Geld, das nicht durch einen physischen Rohstoff gedeckt ist.
- Zugewiesene Position: Ein Metallbestand, der dem Eigentümer konkret zugeordnet und separat verwahrt wird.
