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Ölpreisvolatilität 2026: Trendfolgende Hedgefonds als große Gewinner

Quantitative Trendfolger profitieren massiv von der Ölpreisvolatilität – doch nun richten sie ihre Strategien neu aus.

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Ölpreisvolatilität 2026: Trendfolgende Hedgefonds als große Gewinner

Der Anstieg der Ölpreise und die anhaltende Volatilität infolge des Krieges im Nahen Osten haben einem wenig beachteten Marktsegment außergewöhnliche Gewinne beschert: quantitativen, trendfolgenden Hedgefonds. Diese auch als Commodity Trading Advisors (CTAs) oder Managed-Futures-Fonds bekannten Vehikel nutzen komplexe Machine-Learning-Algorithmen, statistische Analysen und faktorgestützte Modellierungen, um Preistrends an Terminmärkten zu identifizieren – von Aktien über Anleihen bis hin zu Rohstoffen und Währungen.

Der wichtigste Branchenindex, der SG CTA Index der Société Générale, ist im bisherigen Jahresverlauf bis zum 3. Juni um mehr als 12,2 Prozent gestiegen. Der SG Trend Index, der die tägliche Performance der zehn größten trendfolgenden Hedgefonds abbildet, legte im gleichen Zeitraum um 12,3 Prozent zu. Energierohstoffe haben dabei seit Beginn des Nahostkonflikts am 28. Februar maßgeblich zu diesen Gewinnen beigetragen.

Wie CTAs von Marktturbulenzen profitieren

CTAs treffen ihre Investitionsentscheidungen auf Basis von Daten und Signalen – nicht durch menschliches Urteilsvermögen oder Emotionen. Dadurch können sie sowohl in steigenden als auch in fallenden Märkten handeln und in Zeiten von Marktturbulenzen sogenanntes „Crisis Alpha" liefern: unkorrelierte Renditen, die ein Portfolio in Krisenzeiten stabilisieren können. Für deutsche Privatanleger, die nach Diversifikation suchen, ist dieses Merkmal besonders relevant.

Helen Doody, Leiterin von Abbey Capital U.S., bestätigte, dass viele Fonds zu Beginn des ersten Quartals Long-Positionen in Energie aufgebaut hätten, als der Rohölpreis stieg. Nicolas Gaussel, CEO und CIO des Pariser CTA Metori Capital Management, erklärte, dass etwa ein Drittel der diesjährigen Performance seines Unternehmens aus Energiegeschäften stammte. Auch andere Rohstoffbereiche trugen zur starken Performance bei: Laut Yung-Shin Kung nahmen CTAs zu Beginn des Jahres zunächst die Rallye bei Edelmetallen wie Gold und Silber mit, bevor sie zu Industriemetallen wechselten, die von KI-Infrastrukturinvestitionen und kriegsbedingten Angebotsengpässen profitieren dürften.

Die aktuellen Gewinne wecken Erinnerungen an das Jahr 2022, als Öl und andere Rohstoffe nach der russischen Invasion in der Ukraine in die Höhe schossen. Trendfolgende Hedgefonds erzielten damals ihre bisher beste Jahresperformance: Der SG CTA Index legte um mehr als 20 Prozent zu, da die Manager neben Rohstoffen auch den anhaltenden Rückgang bei Aktien und Anleihen erfolgreich nutzten.

Strategiewechsel: Ölwetten werden reduziert

Das sich verändernde Narrativ rund um den Nahostkonflikt und die zunehmend ungewisse Richtung der Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran veranlassen die Quant-Modelle nun jedoch, ihre Ölengagements zurückzufahren. Doody erklärte, die Long-Positionierung in den Energiemärkten sei als Reaktion auf erhöhte Volatilität und unruhigere Preisbewegungen reduziert worden. CTAs seien zwar typischerweise noch „Long" in Energie, aber deutlich weniger exponiert als zu Beginn des Jahres.

Tom Wrobel, Director für Capital Consulting, Prime Services und Clearing bei der Société Générale, betonte, dass die Ölgewinne nur ein Teil eines viel breiteren Makro-Booms seien, der die CTA-Renditen im Jahr 2026 antreibe. Razvan Remsing, Chief Product Strategist bei Aspect Capital, ergänzte, die Auswirkungen des aktuellen Energiemangels seien „weitaus tiefgreifender und weitreichender" als bei früheren Schocks, die in einer homogeneren, globalisierten Welt aufgetreten seien. Remsing wies zudem darauf hin, dass rohstoffsensible Währungen wie die Norwegische Krone, der Australische Dollar und der Brasilianische Real ebenfalls starke Trends zeigten.

Festverzinsliche Wertpapiere bleiben derweil eine größere Herausforderung, da die Renditen aufgrund von Inflationssorgen gestiegen sind. Wrobel beschrieb das Kerngeschäft der CTAs prägnant: „Trends erfassen, wenn sie entstehen, und das Risiko verwalten, wenn sie abflauen." Wenn die Volatilität steige, müssten Manager keine so großen Positionen eingehen, um ihre Renditeziele zu erreichen.

Risiken: Mean Reversion als Hauptgefahr

Gaussel nannte das wirklich negative Szenario für CTAs: wenn die Mehrheit der Märkte in einen Mean-Reversion-Modus überginge – also Preise wieder zu ihrem Durchschnitt zurückkehren, statt klare Trends auszubilden. Genau das geschah nach der Ankündigung der sogenannten „Liberation Day"-Zölle durch US-Präsident Donald Trump im vergangenen Jahr. Analysten der Citi wiesen zudem auf eine „relativ hohe Volatilitätsprämie" für Gold, Kupfer und Sojaöl hin, während die Volatilitätsprämie im gesamten Erdölkomplex negativ bleibe – ein Signal, das die Positionsanpassungen der CTAs im Energiebereich weiter untermauert.

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