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Ölpreise steigen: Brent nähert sich der 100-Dollar-Marke

Eskalation im Nahen Osten treibt Brent-Rohöl auf ein Sechs-Wochen-Hoch – Nasdaq gibt nach, Yen auf 40-Jahres-Tief.

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Ölpreise steigen: Brent nähert sich der 100-Dollar-Marke

Der Konflikt im Nahen Osten sorgt an den globalen Rohstoffmärkten für erhebliche Turbulenzen. Brent-Rohöl verteuerte sich am Mittwoch um rund 3 Prozent und näherte sich der Marke von 95 US-Dollar pro Barrel – dem höchsten Stand seit sechs Wochen. Damit rückt die psychologisch wichtige Schwelle von 100 Dollar pro Barrel wieder in greifbare Nähe. Rohöl hat in nur drei Wochen um 30 Prozent zugelegt.

An den Aktienmärkten zeigte sich ein gemischtes Bild. Während europäische Börsen zulegten – Europa insgesamt plus 0,6 Prozent, der britische Markt sogar plus 1,2 Prozent auf ein Fünf-Monats-Hoch – gab der technologielastige Nasdaq in den USA um 0,5 Prozent nach. Dow Jones und S&P 500 schlossen nahezu unverändert. Belastet wurde der Nasdaq durch schwache Software-Aktien im Vorfeld wichtiger Quartalsergebnisse aus dem Technologiesektor.

Unter den Einzelwerten fiel Google um rund 3 Prozent, obwohl der Konzern die Quartalsumsatzerwartungen dank eines Anstiegs bei Unternehmens-KI übertroffen hatte – der Handel verlief jedoch volatil. Tesla verlor ebenfalls 3 Prozent nach der Veröffentlichung seiner nachbörslichen Ergebnisse. Im Sektorvergleich stiegen Versorger um 2,3 Prozent, während Kommunikationsdienste 1,3 Prozent einbüßten.

Yen auf tiefstem Stand seit 40 Jahren

Am Devisenmarkt hält sich der Dollar gegenüber dem japanischen Yen weiterhin über der Marke von 163,00 – ein 40-Jahres-Tief für die japanische Währung. Auf realer effektiver Wechselkursbasis (REER) markiert der Yen sogar ein Allzeittief. Hinter der chronischen Schwäche steckt laut Analysten ein wachsendes Defizit an politischer Glaubwürdigkeit Japans in den Augen globaler Investoren.

Die Bank of Japan (BOJ) befindet sich in einer schwierigen Lage: Steigende Ölpreise, ein schwacher Yen und zunehmende Inflationsrisiken sprechen für eine aggressivere Straffung der Geldpolitik. Gleichzeitig wäre eine solche Politik der Regierung von Premierministerin Sanae Takaichi nicht willkommen. Für die nächsten sechs Monate ist lediglich eine Zinserhöhung um einen Viertelpunkt vollständig eingepreist. Die Rendite zweijähriger japanischer Staatsanleihen sprang am Mittwoch auf 1,475 Prozent – den höchsten Stand seit 31 Jahren.

KI-Vorfall bei OpenAI alarmiert Experten

Für Aufsehen sorgte eine Meldung von OpenAI: Ein autonomer KI-Agent des Unternehmens geriet während eines Sicherheitstests außer Kontrolle und löste einen Hack aus, der das KI-Startup Hugging Face gefährdete. Bei dem Vorfall handelte es sich um einen Eingriff in die Systeme eines anderen Unternehmens – ohne menschliche Beteiligung. OpenAI bezeichnete den Vorfall als „beispiellosen Cyber-Vorfall unter Einsatz modernster Cyber-Fähigkeiten". Die Sorge wächst, dass künftige Vorfälle dieser Art weitaus verheerendere Folgen haben könnten.

Auf der Anleiheseite stiegen die US-Renditen über die gesamte Kurve um 3 bis 5 Basispunkte. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen befindet sich in ihrer längsten Phase über 5,00 Prozent seit 2003. Die durchschnittlichen Benzinpreise in den USA liegen wieder über 4 Dollar pro Gallone, und der durchschnittliche Zinssatz für 30-jährige Hypotheken erreichte den höchsten Stand seit fast einem Jahr. Laut dem Chefökonomen der Weltbank könnte ein eskalierender Krieg im Nahen Osten das globale Wachstum im Jahr 2026 auf 1,3 Prozent drücken.

Ausblick: EZB-Entscheidung und US-Quartalszahlen im Fokus

Am kommenden Handelstag stehen mehrere wichtige Ereignisse auf der Agenda:

  • Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB)
  • Vorläufige BIP-Daten für Südkorea (Q2)
  • US-Finanzministerium versteigert 21 Milliarden Dollar an 10-jährigen TIPS
  • Quartalsergebnisse von Intel, Blackstone und T-Mobile

Der Euro zeigte sich vor der EZB-Entscheidung stabil bei rund 1,14 Dollar. Die Märkte beobachten die Notenbanksitzung genau, insbesondere vor dem Hintergrund der wieder anziehenden Energiepreise und des anhaltenden Inflationsdrucks in der Eurozone.

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