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Ölpreise fallen weiter: US-Iran-Gespräche dämpfen Versorgungsängste

Brent und WTI setzen Talfahrt fort – Hoffnung auf Diplomatie zwischen Washington und Teheran drückt die Rohölpreise.

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Ölpreise fallen weiter: US-Iran-Gespräche dämpfen Versorgungsängste

Die Ölpreise haben ihre Verluste im asiatischen Handel am Dienstag ausgeweitet. Brent-Öl-Futures fielen um 1,3 % auf 87,24 US-Dollar pro Barrel, während WTI-Rohöl-Futures 1,2 % auf 81,61 US-Dollar pro Barrel verloren. Damit setzten beide Benchmarks ihre deutlichen Verluste fort, nachdem sie in der vorangegangenen Sitzung bereits um mehr als 9 % eingebrochen waren.

Auslöser der Erholung vom Hochpunkt ist die wachsende Hoffnung auf eine diplomatische Lösung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Händler reduzierten ihre Wetten darauf, dass der Konflikt die weltweiten Ölexporte massiv beeinträchtigen würde. Noch in der vergangenen Woche war Brent kurzzeitig über die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel gestiegen – ein Niveau, das zuletzt in Zeiten schwerer geopolitischer Krisen erreicht wurde.

Trumps Ankündigung sorgt für Stimmungswechsel

Die Marktstimmung verbesserte sich spürbar, nachdem US-Präsident Donald Trump erklärt hatte, dass Washington und Teheran Gespräche zur Beendigung des Konflikts führen würden. Trump hatte zuvor entschieden, weitere US-Angriffe auszusetzen, um Verhandlungen eine neue Chance zu geben. Der Iran stellte daraufhin ebenfalls seine Vergeltungsangriffe ein. Berichte deuteten zudem darauf hin, dass China aktiv an einer Wiederbelebung der diplomatischen Bemühungen zwischen beiden Seiten gearbeitet habe.

Tony Sycamore, Senior Market Analyst bei IG, kommentierte die Lage: Der Ausverkauf von mehr als 9 % spiegele das wachsende Vertrauen wider, dass sich ein Ausweg aus dem Konflikt abzeichne. Dies dämpfe die unmittelbare Angst vor Angriffen auf die Energieinfrastruktur im Nahen Osten. Gleichzeitig warnte er jedoch, dass die Atempause fragil bleibe und die Märkte noch auf konkrete Beweise für dauerhafte diplomatische Fortschritte warteten, bevor geopolitische Risiken vollständig aus den Preisen herausgerechnet würden.

Straße von Hormus bleibt kritischer Engpass

Trotz der verbesserten Stimmung bleibt die Lage an den wichtigsten Schifffahrtsrouten angespannt. Sycamore stellte fest, dass es beim Tankerverkehr durch die Straße von Hormus kaum eine nennenswerte Erholung gegeben habe. Auch die Ströme durch die Meerenge Bab el-Mandeb blieben weit unter dem Normalniveau. Über die Straße von Hormus wird normalerweise etwa ein Fünftel der weltweiten Ölströme abgewickelt – sie gilt als eine der strategisch bedeutendsten Wasserstraßen der Welt.

Unterhändler aus dem Iran und dem Oman setzen ihre Gespräche fort, um den Schiffsverkehr durch diese Wasserstraße wiederherzustellen. Eine erfolgreiche Einigung könnte den Weg für umfassendere Gespräche zwischen den USA und dem Iran ebnen. Sycamore betonte, dass die Märkte genau beobachten werden, ob die Verhandlungen mehr Klarheit über die Schifffahrt durch die Straße von Hormus bringen können.

Scheitern der Gespräche bleibt ein Risiko

Analysten warnen vor voreiligem Optimismus. Ein Scheitern der Gespräche oder erneute Angriffe auf die saudi-arabische Exportinfrastruktur dürften die geopolitische Risikoprämie bei den Rohölpreisen wieder ansteigen lassen. Die Ungewissheit über die Dauerhaftigkeit der diplomatischen Pause hält die Händler weiterhin in Atem.

Zusätzlich beobachteten die Märkte die Angebotsentwicklung in Kasachstan. Das wichtigste Ölexportterminal des Landes hatte die Verladungen nach Unterbrechungen durch ukrainische Drohnenangriffe wieder aufgenommen. Dies trug dazu bei, die Sorgen über die kurzfristige Rohölverfügbarkeit zu mildern und den Preisdruck weiter zu verstärken.

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