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Ölpreise fallen trotz fragiler Waffenruhe zwischen Israel und Iran

Brent und WTI geben über 1% nach, während die Straße von Hormus durch eine Doppelblockade weiterhin gesperrt bleibt.

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Ölpreise fallen trotz fragiler Waffenruhe zwischen Israel und Iran

Die Ölpreise sind am Dienstag im asiatischen Handel deutlich unter Druck geraten. Brent-Rohöl-Futures mit Fälligkeit im August fielen um 1,2% auf 93,08 US-Dollar pro Barrel, während WTI-Rohöl um 1,5% auf 89,89 US-Dollar nachgab. Auslöser war eine fragile Waffenruhe zwischen Israel und dem Iran, nachdem beide Seiten auf Drängen von US-Präsident Donald Trump einem vorläufigen Stopp der Angriffe zugestimmt hatten.

Noch am Montag waren die Brent-Preise inmitten erneuter militärischer Auseinandersetzungen kurzzeitig über die Marke von 98 US-Dollar gestiegen. Mit den ersten Anzeichen einer Deeskalation setzten jedoch Gewinnmitnahmen ein, und die Notierungen gaben merklich nach. Die Marktstimmung hellte sich spürbar auf, als Trump erklärte, dass beide Länder eine sofortige Waffenruhe anstrebten.

Trump schrieb in den sozialen Medien: „Die abschließenden Verhandlungen über den ‚Frieden' schreiten voran, sofern nicht Ignoranz oder Dummheit im Weg stehen." Am Montagabend erklärte der US-Präsident zudem, die USA stünden kurz davor, einen „totalen Sieg" im Iran-Krieg zu erklären, und die Ölpreise würden wahrscheinlich stark fallen.

Waffenstillstand bleibt fragil

Die jüngste Waffenruhe folgte auf eine Eskalation am Wochenende, bei der es zu Raketeneinschlägen und Angriffen auf petrochemische Anlagen gekommen war. Anleger zeigen sich trotz der positiven Signale weiterhin vorsichtig. Der Waffenstillstand gilt als brüchig und könnte scheitern, falls eine der beiden Seiten die militärischen Operationen wieder aufnimmt.

Der Iran hat bereits gewarnt, die Angriffe wieder aufnehmen zu können, sollten israelische Operationen fortgesetzt werden. Parallel dazu laufen Verhandlungen über ein umfassenderes Friedensabkommen, deren Ausgang offen bleibt. Diese Unsicherheit hält die Risikoprämie im Ölpreis weiterhin aufrecht.

Straße von Hormus bleibt blockiert

Ein zentraler Faktor, der die Ölpreise nach unten hin abstützt, ist die anhaltende Unterbrechung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus. Die strategisch bedeutende Meerenge, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Öltransports verläuft, bleibt durch eine von Teheran und Washington aufrechterhaltene Doppelblockade geschlossen. Solange diese Blockade besteht, ist eine vollständige Normalisierung der Ölversorgung nicht möglich.

Die Händler beobachten zudem die geplanten Angebotserhöhungen der OPEC+. Die Produzentengruppe fährt ihre Produktion schrittweise wieder hoch, doch Analysten gehen davon aus, dass die zusätzlichen Barrel die durch die Hormus-Krise entstandenen Ausfälle nicht vollständig ausgleichen werden. Das Angebotsproblem bleibt damit strukturell bestehen.

Blick auf US-Inflationsdaten

Neben den geopolitischen Entwicklungen richten Anleger ihren Blick auf wichtige US-Wirtschaftsdaten. Am Mittwoch werden die amerikanischen Verbraucherpreisdaten veröffentlicht, am Donnerstag folgen die Erzeugerpreisdaten. Diese Zahlen könnten Aufschluss darüber geben, ob der jüngste Anstieg der Ölpreise zu einem breiteren Preisdruck in der US-Wirtschaft geführt hat – ein Faktor, der auch für die Geldpolitik der US-Notenbank Fed von Bedeutung ist.

Für deutsche Anleger und Verbraucher bleibt die Lage am Ölmarkt damit angespannt. Die Kombination aus geopolitischer Unsicherheit, einer blockierten Schlüsselroute für den Öltransport und unklaren OPEC+-Signalen sorgt für erhöhte Volatilität – sowohl an den Rohstoffmärkten als auch bei den Kraftstoffpreisen an der Zapfsäule.

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