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Nvidia verdient Milliarden mit KI jenseits der Rechenzentren

Physische KI in Robotern, Fahrzeugen und Fabriken wird für Nvidia zum milliardenschweren Wachstumsmotor.

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Nvidia verdient Milliarden mit KI jenseits der Rechenzentren

Nvidia (NVDA) war in den vergangenen Jahren der größte Profiteur der massiven Investitionen in KI-Rechenzentren. Hyperscaler, Regierungen und KI-Unternehmen setzten die Chipsysteme des Unternehmens in großem Umfang ein, um das Training und die Implementierung von KI-Modellen zu unterstützen. Doch die Künstliche Intelligenz verlagert sich zunehmend von den Rechenzentren hin zu sogenannten Edge-Anwendungen – also direkt in Smartphones, Drohnen, Fahrzeuge, Roboter, industrielle Automatisierungssysteme und das Gesundheitswesen.

Edge-KI-Geräte verarbeiten KI-Workloads lokal, anstatt sie in die Cloud zu senden. Das ermöglicht schnelle Entscheidungen in Echtzeit – ein entscheidender Vorteil für autonome Systeme. Für Anleger der Nvidia-Aktie ist die gute Nachricht: Das Unternehmen profitiert bereits heute von diesem Wachstumstrend.

Nvidias Geschäft mit physischer KI wächst rasant

Physische KI bezeichnet die Integration von Künstlicher Intelligenz in Edge-Geräte wie Autos und Roboter, die dadurch autonome Entscheidungen in Echtzeit treffen können. Robotaxis, Roboterarme in Fabriken und humanoide Roboter sind typische Beispiele für physische KI. Das Marktforschungsunternehmen Counterpoint Research schätzt, dass die Auslieferungen von physischen KI-Geräten zwischen 2025 und 2035 kumuliert 145 Millionen Einheiten erreichen könnten – angetrieben von Robotern, autonomen Fahrzeugen und Drohnen.

Nvidia hat diese Chance bereits in ein handfestes Geschäft verwandelt. In der jüngsten Telefonkonferenz zu den Quartalsergebnissen gab das Unternehmen bekannt, dass der Umsatz mit physischer KI in den letzten zwölf Monaten die Marke von 9 Milliarden US-Dollar überschritten hat. Im Geschäftsjahr 2026 hatte dieser Umsatz noch bei 6 Milliarden US-Dollar gelegen. Die vierteljährliche Umsatzrate in diesem Segment stieg damit um beeindruckende 50 Prozent.

Besonders bedeutsam sind dabei die strategischen Partnerschaften, die Nvidia in diesem Bereich aufgebaut hat. CFO Colette Kress betonte in der Telefonkonferenz: „Unsere Partnerschaft mit Uber wird bis 2028 die Robotaxi-Flotte in fast 30 Städten und auf 4 Kontinenten antreiben. Und im Bereich der Robotik bauen führende Unternehmen in einer Reihe von industriellen, chirurgischen und humanoiden Anwendungen auf der Technologie von Nvidia auf, um diese in großem Maßstab zu entwickeln und einzusetzen."

Fabriken der Zukunft als weiterer Wachstumstreiber

CEO Jensen Huang verwies zudem darauf, dass weltweit rund 5 Billionen US-Dollar für den Bau von Fabriken ausgegeben werden. Große Hersteller wie TSMC, Pegatron, Wistron und Foxconn nutzen bereits Nvidias Plattform, um digitale Zwillinge von Fabriken zu erstellen, bevor der eigentliche Bau beginnt. Auch General Motors arbeitet mit Nvidia zusammen, um robotergestützte Fabriken zu bauen. Darüber hinaus hat Nvidia Basismodelle und Werkzeuge für physische KI veröffentlicht, die Entwicklern helfen, Roboter und autonome Fahrzeuge zu trainieren.

Das Marktpotenzial ist enorm: Grand View Research prognostiziert, dass der Markt für physische KI im Jahr 2033 einen Jahresumsatz von 960 Milliarden US-Dollar erreichen könnte – verglichen mit lediglich 81 Milliarden US-Dollar im vergangenen Jahr. Nvidia positioniert sich damit frühzeitig als zentraler Akteur in einem der am schnellsten wachsenden Technologiemärkte weltweit.

Neue Märkte stützen langfristiges Wachstum

Physische KI ist nicht der einzige neue Bereich, den Nvidia erschließt. Die Entscheidung, seine Vera-Server-CPUs künftig auch als eigenständiges Produkt zu verkaufen, soll dem Unternehmen in diesem Jahr zusätzliche 20 Milliarden US-Dollar an Umsatz einbringen. Traditionell bot Nvidia diese Chips nur als Teil seiner Rack-Scale-Serverlösungen an. Das Management sieht durch den eigenständigen Verkauf der Vera-CPUs einen potenziell adressierbaren Markt von 200 Milliarden US-Dollar.

Analysten haben ihre Wachstumserwartungen für Nvidia entsprechend deutlich angehoben. Für das Geschäftsjahr 2026 meldete das Unternehmen einen Gewinn je Aktie von 4,77 US-Dollar. Die Konsensschätzung für das Geschäftsjahr 2029 liegt bei 15,64 US-Dollar je Aktie – was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 48 Prozent entspräche. Die Aktie wird derzeit mit dem 33-fachen des erwarteten Gewinns gehandelt – einem Abschlag gegenüber dem Kurs-Gewinn-Verhältnis des technologielastigen Nasdaq-100-Index von 35,6. Für Anleger, die auf den langfristigen KI-Megatrend setzen wollen, bleibt Nvidia damit eine der zentralen Positionen im Depot.

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