Nvidia-CEO Jensen Huang fordert TSMC zu Höchstleistungen auf
Bei Taiwan-Besuch kündigt Huang starkes Geschäftsjahr an und warnt vor Engpässen bei Speicherchips

Nvidia-CEO Jensen Huang hat bei seinem jüngsten Taiwan-Besuch hohe Erwartungen an den Chip-Giganten TSMC geäußert. Bei einer spontanen Pressekonferenz im Regen vor einem Restaurant in Taipeh sagte Huang am Samstag: "TSMC muss dieses Jahr sehr hart arbeiten, weil ich viele Wafer benötige." Der Nvidia-Gründer hatte zuvor Führungskräfte wichtiger Zulieferer zu einem "Billionen-Dollar-Dinner" eingeladen – benannt nach der kombinierten Marktkapitalisierung der teilnehmenden Unternehmen.
Der als "Vater des Volkes" gefeierte Manager zeigte sich optimistisch für das laufende Geschäftsjahr. "TSMC leistet unglaubliche Arbeit und sie arbeiten sehr, sehr hart. Wir haben dieses Jahr eine sehr hohe Nachfrage", erklärte Huang nach einem Fototermin mit TSMC-CEO C. C. Wei. Die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company ist der weltweit größte Hersteller fortschrittlicher Chips für KI-Anwendungen.
Laut Huang wird TSMC seine Produktionskapazität in den kommenden zehn Jahren voraussichtlich um deutlich mehr als 100 Prozent ausbauen müssen. Der Chip-Produzent hatte im vergangenen Monat angekündigt, die Investitionsausgaben 2025 um bis zu 37 Prozent auf 56 Milliarden Dollar zu erhöhen. Für die Jahre 2028 und 2029 plant TSMC angesichts der anhaltenden KI-Nachfrage einen "deutlichen" weiteren Anstieg.
Engpässe bei Speicherchips befürchtet
Besorgt äußerte sich Huang über die Versorgung mit Speicherchips, die für KI-Workloads entscheidend sind. "Wir benötigen dieses Jahr eine große Menge an Speicher", sagte der Nvidia-Chef. "Ich denke, die gesamte Lieferkette steht dieses Jahr vor Herausforderungen, weil die Nachfrage so viel höher ist." Die Aussagen deuten auf mögliche Produktionsengpässe in der Halbleiterindustrie hin.
An dem Abendessen in Taipeh nahmen rund zwei Dutzend Führungskräfte teil, darunter Young Liu, Chairman des Elektronikherstellers Foxconn. Foxconn ist Nvidias größter Serverhersteller und spielt eine Schlüsselrolle in der KI-Lieferkette. Huang unterbrach das Dinner zeitweise, um Fans zu begrüßen und Autogramme zu geben – ein Ritual, das seine Besuche in Taiwan regelmäßig begleitet.
Taiwan als Schlüssel zum Nvidia-Erfolg
"Nvidia wäre ohne Taiwan nicht möglich. Es liegt Magie auf dieser Insel", schwärmte Huang über die taiwanische Tech-Industrie. "Die Unternehmen hier verfügen über außergewöhnliche Technologie und eine unglaubliche Kultur." Der gebürtige Taiwaner, der als Kind in die USA emigrierte, gründete Nvidia 1993 in Kalifornien. Im vergangenen Jahr durchbrach das Unternehmen als erstes die Marke von fünf Billionen Dollar Börsenwert.
Nvidia steht im Zentrum der globalen KI-Revolution. Die Grafikprozessoren des Unternehmens sind unverzichtbar für das Training großer Sprachmodelle und KI-Anwendungen. Die enorme Nachfrage nach Nvidia-Chips hat das Unternehmen zum wertvollsten Technologiekonzern der Welt gemacht. Huang war am Donnerstag aus China angereist und wird voraussichtlich am Montag Taiwan wieder verlassen.
