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Nur 46 Unternehmen schufen die Hälfte des Börsen-Vermögens

Eine Studie über 100 Jahre Aktienmarkt zeigt: Wenige Titel dominieren die Renditen – mit drastischen Folgen für Privatanleger.

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Nur 46 Unternehmen schufen die Hälfte des Börsen-Vermögens

Eine neue Untersuchung von Hendrik Bessembinder, Professor an der Carey School of Business der Arizona State University, liefert eine verblüffende Erkenntnis: Von 1926 bis 2025 waren lediglich 46 Unternehmen für die Hälfte des gesamten am Aktienmarkt geschaffenen Vermögens verantwortlich. Die Studie analysierte fast 30.000 Aktien über einen Zeitraum von 100 Jahren und zeichnet ein ernüchterndes Bild davon, wie ungleich Börsenrenditen verteilt sind.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die gewichtete Durchschnittsrendite über alle untersuchten Aktien lag bei mehr als 30.000 Prozent – die Median-Aktie hingegen erzielte eine Rendite von -6,9 Prozent. Das bedeutet, dass mehr als die Hälfte aller Aktien langfristig Geld vernichtet hat, während eine kleine Elite die Gesamtrendite des Marktes nach oben zog.

Insgesamt generierte der breite Aktienmarkt in den vergangenen 100 Jahren einen Vermögenszuwachs von 91 Billionen US-Dollar für Anleger. Ein wertgewichtetes Portfolio aus allen Stammaktien hätte einem Investor 15.401 US-Dollar pro investiertem Dollar eingebracht. Zum Vergleich: Eine Investition in US-Staatsanleihen – die als nahezu risikofreie Anlage gelten – hätte lediglich 25,34 US-Dollar pro investiertem Dollar erbracht.

Was Anleger aus 100 Jahren Rendite lernen können

Die erfolgreichsten Titel in Bessembinders Untersuchung waren Aktien, die über den gesamten oder nahezu gesamten 100-jährigen Zeitraum bestanden und vom Zinseszinseffekt profitierten. Dazu zählen Altria (ehemals Philip Morris), das Industrieunternehmen Vulcan Materials sowie IBM, das ursprünglich mit der Herstellung von Lochkartensystemen begann.

Bessembinder betont jedoch, dass die historische Konzentration von Renditen auf wenige Titel nicht bedeutet, dass Anleger einfach die künftigen Gewinner identifizieren können. „Es gibt einen großen Unterschied dazwischen, diese Aktien im Rückblick zu identifizieren und zu versuchen, sie für die Zukunft zu bestimmen", sagt er. „Die entscheidende Frage für Anleger ist: Glaube ich, dass ich die nötigen Fähigkeiten dazu habe?"

Das Phänomen der Marktkonzentration ist dabei keine neue Erscheinung. Bereits die sogenannten FANG-Aktien – Facebook, Amazon, <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3ANFLX">Netflix und Google – dominierten vor einem Jahrzehnt die Schlagzeilen. Heute sind es die „Magnificent Seven", eine Gruppe von Technologiegiganten mit enormer Marktkapitalisierung, die einen überproportionalen Anteil an den Renditen des breiten Marktes beisteuern. Ein solch „enger" Markt wird von vielen Beobachtern als potenzielles Warnsignal gewertet – Bessembinders Forschung zeigt jedoch, dass diese Konzentration historisch eher die Regel als die Ausnahme war.

Wie man am Aktienmarkt für langfristige Ergebnisse investiert

Die Daten zeigen auch, wie schwierig es selbst für Profis ist, den Markt zu schlagen. Im vergangenen Jahr gelang es 79 Prozent der Manager von Aktienfonds für große Unternehmen nicht, mit dem S&P 500 Schritt zu halten – laut Daten von S&P Dow Jones Indices war dies das 16. Jahr in Folge, in dem mehr als die Hälfte der professionellen Fondsmanager schlechter abschnitt als der Index.

Beim Vergleich einzelner Aktien mit einem gewichteten Gesamtmarktportfolio übertreffen laut Bessembinder nur 27,6 Prozent der Aktien den breiten Markt. Anleger in rund 60 Prozent der untersuchten Aktien hätten sogar eine Verringerung ihres Vermögens hinnehmen müssen.

„Der Grund, warum man seine Zeit wirklich nicht damit verbringen sollte, outperformende Aktien auszuwählen, ist die Erfolglosigkeit derer, die beruflich dafür bezahlt werden", sagt Sam Stovall, Chef-Anlagestratege beim Investmentanalysehaus CFRA. Stovall und andere Experten empfehlen daher ein breit diversifiziertes Aktienportfolio – es garantiert zwar, dass man auch einige Verlierer im Depot hat, schützt aber gleichzeitig davor, dass der Einbruch einer einzelnen Aktie die gesamte Performance zunichtemacht.

Bessembinder selbst sieht den Aktienmarkt trotz aller Risiken als langfristig überlegenes Instrument zur Vermögensbildung. „Kurzfristig ist der Aktienmarkt sehr volatil. Alles kann passieren. Der Aktienmarkt könnte in weniger als einem Jahr um 50% einbrechen", sagt er. „Langfristig gesehen war der Aktienmarkt jedoch eine enorme Maschine zur Vermögensbildung für Anleger."

Doug Boneparth, zertifizierter Finanzplaner und Gründer von Bone Fide Wealth, fasst die Empfehlung für Privatanleger prägnant zusammen: „Das Richtige für die meisten Privatanleger ist, langfristig am Markt teilzunehmen, indem man passiv investiert, die Kosten niedrig hält und seine Emotionen kontrolliert, wenn es turbulent wird." Diese disziplinierten, langfristigen Methoden seien letztlich das, was funktioniere.

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