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Norwegen weist US-Zwangsarbeitsvorwurf zurück und lehnt neue Zölle ab

Oslo widerspricht der US-Einschätzung entschieden und verweist auf sein Transparenzgesetz zu Lieferketten.

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Norwegen weist US-Zwangsarbeitsvorwurf zurück und lehnt neue Zölle ab

Norwegen hat eine Einschätzung der US-Regierung scharf zurückgewiesen, wonach das nordische Land nicht ausreichend gegen Zwangsarbeit vorgehe. Außenminister Espen Barth Eide erklärte gegenüber Reuters, die Anschuldigung sei unbegründet und dürfe nicht als Rechtfertigung für neue Zölle herangezogen werden.

Die Trump-Administration hatte am Dienstag Zölle von bis zu 12,5 Prozent auf Importe aus 60 Ländern vorgeschlagen – darunter auch Norwegen. Als Begründung führte Washington an, diese Länder hätten es versäumt, den Handel mit Waren aus Zwangsarbeit einzudämmen. Viele betroffene Handelspartner der USA wiesen diese Behauptung zurück.

„Wir widersprechen der Einschätzung der US-Behörden, dass Norwegen nicht genug unternehme, um Zwangsarbeit zu verhindern, entschieden", sagte Barth Eide in einer Erklärung vom späten Donnerstag. Der Minister betonte dabei ausdrücklich die gesetzgeberischen Maßnahmen seines Landes.

Norwegen verweist auf sein Transparenzgesetz

„Norwegen gehörte mit dem Transparenzgesetz zu den ersten Ländern, die Rechtsvorschriften zur Verhinderung von Zwangsarbeit in Lieferketten eingeführt haben", so Barth Eide weiter. Oslo habe dies den US-Behörden gegenüber auch klar kommuniziert. Das norwegische Transparenzgesetz verpflichtet Unternehmen, Risiken von Menschenrechtsverletzungen und Zwangsarbeit in ihren Lieferketten zu identifizieren und offenzulegen – ein Ansatz, der international als vorbildlich gilt.

Norwegen ist damit nicht allein mit seiner Kritik. Zahlreiche weitere Länder, die von den US-Zolldrohungen betroffen sind, wiesen die Vorwürfe ebenfalls zurück. Die Maßnahme der Trump-Administration trifft insgesamt 60 Staaten und hat international für erhebliche Verstimmung gesorgt.

Experten zweifeln an Wirksamkeit der Zölle

Kritik kommt nicht nur aus den betroffenen Ländern selbst. Experten, Wirtschaftsverbände und einige Menschenrechtsgruppen warnten, dass Trumps Drohung mit neuen Zöllen wenig zur Bekämpfung moderner Sklaverei beitragen werde – und die Lage sogar verschlimmern könnte. Zölle als handelspolitisches Instrument seien kein geeignetes Mittel, um strukturelle Probleme wie Zwangsarbeit in globalen Lieferketten zu bekämpfen.

Für deutsche Anleger und Unternehmen ist die Entwicklung relevant, da die US-Zollpolitik unter Präsident Trump zunehmend auch enge Verbündete und Handelspartner trifft. Die Ausweitung von Zöllen auf Länder wie Norwegen – ein wichtiger Energie- und Rohstofflieferant für Europa – verdeutlicht, dass die handelspolitischen Spannungen weit über den Konflikt mit China hinausgehen. Wie die betroffenen Länder auf die US-Maßnahmen reagieren werden, bleibt abzuwarten.

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