Nokia will die Lenovo-Übernahme verhindern
Die Schweden verlangen eine Aufklärung bzgl. der Copyright-Konflikte.

Nokia Oyj (NYSE:NOK) hat um eine einstweilige Verfügung gebeten, um den Verkauf von Lenovo in Deutschland wegen Patentlizenzen zu blockieren. Das finnische Unternehmen hatte im vergangenen Jahr einen Rechtsstreit gegen den PC-Hersteller wegen Verletzung des Videocodierungspatents eingeleitet. Am 30. September entschied ein Münchner Gericht, dass Lenovo gegen Nokias Patente verstoßen habe, und ordnete ein Verbot von Produkten an, die Nokias Videokompressionstechnologie verwenden. Nokia versucht nun, die einstweilige Verfügung durchzusetzen, die Lenovo-Laptops, -Tabletts und -PCs betrifft. Nokia hatte Lenovo wegen einer unbezahlten Lizenz für die Nutzung von Patenten im Zusammenhang mit dem H.264-Videocodec verklagt. In einer Erklärung sagte Nokia, dass der Rechtsweg keine bevorzugte Alternative sei, aber Lenovo habe sich geweigert, in Verhandlungen über die Patentverletzung einzutreten. Und dies, obwohl klar sei, dass der PC-Hersteller Nokias patentierte Technologie illegal verwendet habe. Das Unternehmen erklärte, dass es offen sei, die Angelegenheit mit Lenovo durch außergerichtliche Verhandlungen zu lösen. Nokia hatte im vergangenen Jahr einen Rechtsstreit gegen das Unternehmen wegen der Verletzung von 20 seiner Patente eingeleitet. Das Unternehmen hat auch andere Verfahren in Brasilien, Indien und den USA gegen Lenovo und weitere sechs Verfahren in Deutschland. Die Internationale Handelskommission der USA prüft derzeit eine Beschwerde von Nokia, um die Einfuhr von Lenovo zu blockieren. Nokia verfolgt die Strategie, Lizenzgebühren von Herstellern von Einzelhandelsprodukten statt von Herstellern einzelner Komponenten zu erheben. Interessanterweise ist sogar der Automobilsektor ein Ziel der Daimler AG in einem Rechtsstreit mit dem Unternehmen. Lenovo hat jedoch gegen das Münchner Urteil Berufung eingelegt und erklärt, Nokia habe sich geweigert, Lizenzen für sein geistiges Eigentum zu nichtdiskriminierenden und fairen Bedingungen, die oft als FRAND-Bedingungen bezeichnet werden, zu erteilen. Lenovo behauptet, dass der ehemalige Telefonhersteller nicht bereit gewesen sei, die Technologie an ihn oder seine Drittanbieter, die die Technologie benötigen, zu lizenzieren. In einer Erklärung sagte Lenovo, dass die Standardisierung von Technologie zu FRAND-Bedingungen wichtig für die Zukunft der Technologiebranche weltweit und für das Wachstum erschwinglicher Innovationen für die Kunden sei. Die Lizenzierungspraktiken des finnischen Unternehmens gefährden jedoch diesen Zugang.
