Nikkei fällt deutlich: Tech-Werte unter Druck
Stärkerer Yen und Verluste im Chipsektor belasten den japanischen Aktienmarkt.

Der japanische Aktienmarkt stand am Dienstag unter starkem Druck, da mehrere Faktoren die Stimmung der Anleger belasteten. Vor allem Technologiewerte und exportabhängige Unternehmen verzeichneten deutliche Verluste. Der Nikkei-Index, der die Entwicklung von 225 führenden japanischen Unternehmen abbildet, fiel bis zur Mittagspause um 2,1 Prozent auf 35.829 Punkte. Dabei spielten Sorgen um einen stärkeren Yen und die anstehende Entscheidung der US-Notenbank Fed zur Zinspolitik eine zentrale Rolle.
Besonders die Schwäche des Chipsektors trug zu dem Rückgang bei. Dies war unter anderem eine Reaktion auf die Verluste bei Technologiewerten an der Wall Street am Vortag. Der Halbleiterausrüster Tokyo Electron war einer der Hauptverlierer des Tages und verzeichnete ein Minus von 5,6 Prozent. Ebenfalls stark betroffen war der Chiptester-Hersteller Advantest, dessen Aktien um 4,5 Prozent fielen. Auch SoftBank, ein auf künstliche Intelligenz fokussierter Start-up-Investor, geriet mit einem Kursrückgang von 3,7 Prozent unter Druck.
Neben den Technologiewerten mussten auch andere große Unternehmen Verluste hinnehmen. So gab der Aktienkurs von Sony um 4,5 Prozent nach. Auch die Automobilindustrie war von den Entwicklungen betroffen: Toyota Motor verzeichnete einen Rückgang von 2,9 Prozent, während Nissan um 2,5 Prozent fiel. Der breiter gefasste Topix-Index, der einen umfassenderen Überblick über den japanischen Markt bietet, sank um 1,8 Prozent und notierte bei 2525 Punkten. Währenddessen blieb die Börse in Shanghai aufgrund eines Feiertags geschlossen, sodass auch der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen nicht gehandelt wurde.
Ein wesentlicher Faktor, der die Marktentwicklung beeinflusste, war die bevorstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed. Seit Jahresbeginn wird an den Märkten spekuliert, dass die Fed möglicherweise eine Zinswende einleiten könnte. Die meisten Marktteilnehmer erwarten mittlerweile eine Zinssenkung um einen halben Prozentpunkt. Diese Aussicht führte zu einer Stärkung des Yen gegenüber dem US-Dollar, da Investoren Kapital aus dem Dollar und US-Staatsanleihen in andere Währungen wie den Yen umschichten. Ein stärkerer Yen belastet jedoch insbesondere die exportorientierten Unternehmen, die durch die Währungsentwicklung im internationalen Wettbewerb an Preisvorteilen verlieren.
