Nikkei durchbricht erstmals 50.000-Punkte-Marke
Anleger setzen auf Konjunkturimpulse der neuen Premierministerin Sanae Takaichi

Der japanische Leitindex Nikkei 225 hat am Montag erstmals in seiner Geschichte die Marke von 50.000 Punkten überschritten. Angetrieben wurde die Kursrallye durch die Erwartungen an umfangreiche Konjunkturausgaben der neuen Premierministerin Sanae Takaichi. Der Index stieg im Tagesverlauf um bis zu 2,4 Prozent auf ein Rekordhoch von 50.491,23 Punkten und beendete die Vormittagssitzung mit einem Plus von 2,1 Prozent bei 50.337,36 Punkten. Seit Jahresbeginn beläuft sich der Zuwachs auf rund 26 Prozent.
Auch der breiter gefasste Topix-Index erreichte mit einem Plus von 1,6 Prozent auf 3.321,48 Punkte ein neues Allzeithoch. Damit hat er seit Jahresbeginn um 19,3 Prozent zugelegt. Marktbeobachter führen die kräftigen Kursgewinne auf die wachstumsorientierte Wirtschaftspolitik der neuen Regierungschefin zurück. „Die Gewinne des Nikkei wurden durch die Erwartungen an die Takaichi-Regierung gestützt, deren Politik auf Wachstum ausgerichtet ist“, erklärte Hiroyuki Ueno, Chefstratege bei Sumitomo Mitsui Trust Asset Management.
Nach der Wahl Takaichis zur Premierministerin kam es zunächst zu leichten Kursrückgängen, doch diese wurden rasch wieder ausgeglichen, da Investoren Rücksetzer nutzten, um einzusteigen. Besonders stark zeigten sich die Aktien des Halbleiter-Testgeräteherstellers Advantest, die um 5,15 Prozent zulegten, sowie des Uniqlo-Mutterkonzerns Fast Retailing mit einem Plus von 2,73 Prozent.
Der Nikkei hatte erst am 16. September die Marke von 45.000 Punkten überschritten und damit eine Serie rasanter Rekordgewinne eingeleitet. Diese Entwicklung markiert eine bemerkenswerte Wende für den lange stagnierenden japanischen Aktienmarkt, der mehr als drei Jahrzehnte benötigte, um sich von seinem Höchststand während der Blasenökonomie der 1980er Jahre zu erholen.
Der jüngste Aufwärtstrend setzte ein, nachdem der frühere Premierminister Shigeru Ishiba im September seinen Rücktritt angekündigt hatte. Seine Nachfolgerin Takaichi, eine Befürworterin der „Abenomics“-Politik des früheren Regierungschefs Shinzo Abe, kündigte ein neues Konjunkturpaket im Umfang von über 13,9 Billionen Yen (rund 92 Milliarden US-Dollar) an. Experten zufolge werden solche fiskalischen Impulse vom Markt grundsätzlich positiv aufgenommen, unabhängig von ihrer tatsächlichen wirtschaftlichen Wirkung.
Im weiteren Verlauf der Woche wird Takaichi zu Gesprächen mit US-Präsident Donald Trump zusammentreffen. Beobachter erwarten, dass die Begegnungen den Fokus auf strategische Investitionen und marktorientierte Kooperationen weiter verstärken könnten.
