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Nike-Aktie bricht 15% ein: Turnaround dauert länger als erwartet

Wall Street verliert die Geduld mit Nike – drei Großbanken stufen die Aktie gleichzeitig herab.

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Nike-Aktie bricht 15% ein: Turnaround dauert länger als erwartet

Der Sportartikelriese Nike hat Anleger mit seinen Quartalszahlen tief enttäuscht. Nach der Vorlage der Ergebnisse für das dritte Geschäftsquartal am Dienstagabend brach die Aktie am Mittwoch um mehr als 15 Prozent ein. Auslöser war vor allem eine düstere Prognose für den weiteren Jahresverlauf.

Finanzvorstand Matt Friend warnte in einer Analystenkonferenz, dass der Umsatz bis Ende des Kalenderjahres im niedrigen einstelligen Prozentbereich sinken werde. Besonders das China-Geschäft belastet den Konzern massiv: Für das laufende Quartal rechnet Nike mit einem Umsatzrückgang in China von rund 20 Prozent – selbst unter Berücksichtigung eines positiven Wechselkurseffekts von 2 Prozentpunkten. Insgesamt erwartet Nike für das aktuelle Quartal einen Umsatzrückgang zwischen 2 und 4 Prozent, während Analysten noch ein Wachstum von 1,9 Prozent erwartet hatten.

China-Sanierung zieht sich bis 2027

Die Bemühungen, das Sortiment in China zu bereinigen und den Vollpreisverkauf voranzutreiben, sollen sich bis ins Geschäftsjahr 2027 hinziehen, das im Frühjahr nächsten Jahres endet. Das belastet das Umsatzwachstum weiterhin erheblich. Erst ab dem ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 – geplant für diesen Sommer – könnten einfachere Vergleichsbasis-Effekte greifen, da Nike dann erstmals von höheren Zöllen getroffen wurde.

Die Bruttomarge des Unternehmens ist bereits seit sieben aufeinanderfolgenden Quartalen im Jahresvergleich gesunken. Eine Ausweitung der Margen könnte frühestens im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 eintreten – und selbst das ist unsicher. Zusätzlich drohen steigende Kosten für Vorprodukte infolge des Konflikts im Nahen Osten.

Die wenigen positiven Signale – besser als erwartet ausgefallene China-Umsätze, wachsende Großhandelsumsätze und anhaltende Stärke in Nordamerika – reichten nicht aus, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen. Die schiere Anzahl der Baustellen, die Nike gleichzeitig sanieren muss, stimmt Investoren pessimistisch.

Goldman, JPMorgan und Bank of America stufen Nike herab

Am Mittwochmorgen reagierten drei der bedeutendsten Wall-Street-Banken mit Abstufungen: Goldman Sachs, JPMorgan und Bank of America senkten ihre Empfehlungen für Nike-Aktien und verwiesen auf die schleppende Trendwende, wachsenden Gegenwind und schwindende Geduld der Investoren. Für deutsche Anleger, die Nike im Depot halten, ist das ein deutliches Warnsignal.

CEO Elliott Hill räumte während der Telefonkonferenz erneut ein, dass die Erholung mehr Zeit in Anspruch nehme als erwartet. Konkrete Zeitangaben für eine nachhaltige Rückkehr zum Wachstum blieben sowohl er als auch Finanzvorstand Friend schuldig – was die Unsicherheit an den Märkten weiter schürte.

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