Next-Chef Wolfson: Neue Vergütungspolitik vor der Hauptversammlung
Next, Reckitt Benckiser und Raspberry Pi halten ihre Hauptversammlungen ab – mit deutlichen Änderungen bei der Vorstandsvergütung.

Der britische Einzelhandelsriese Next (LSE: NXT) präsentiert im Vorfeld seiner diesjährigen Hauptversammlung eine überarbeitete Vergütungspolitik für CEO Simon Wolfson. Der Vergütungsausschuss begründet die Änderungen damit, dass der Unterschied zwischen den Vergütungsniveaus bei Next und denen im breiteren Markt mittlerweile „unangemessen groß" sei. Die Gesamtvergütung des CEO liege derzeit rund 30% unter dem Median des FTSE 100 – trotz der herausragenden Aktienperformance der vergangenen Jahre.
Konkret soll die maximale jährliche Bonusmöglichkeit von 150% auf 200% des Grundgehalts von £1 Million angehoben werden. Die maximalen Zuteilungen aus dem langfristigen Anreizplan (LTIP) steigen von 225% auf 400% des Gehalts für den CEO. Im Falle einer Spitzenleistung und einem Aktienkursanstieg von 50% könnte Wolfsons Gesamtvergütung auf bis zu £9,3 Millionen steigen. Der Mittelwert des Vergütungspakets liegt bei £3,07 Millionen.
Rekordergebnisse als Grundlage der Debatte
Die Diskussion um die Vergütung findet vor dem Hintergrund starker Geschäftszahlen statt. Im Geschäftsjahr bis zum 31. Januar erzielte Next ein Umsatzwachstum von 10,8% auf £7 Milliarden und einen Rekordgewinn vor Steuern von £1,16 Milliarden – ein Plus von 14,5% gegenüber dem Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie (EPS) stieg um 17,2% auf 990,7p.
Dank eines starken Cashflows schüttete Next insgesamt £839 Millionen über Dividenden, Aktienrückkäufe und sein B-Aktien-Programm an die Aktionäre aus. Eine Schlussdividende von 181p soll am 3. August gezahlt werden, womit sich die Gesamtausschüttung für das Jahr um 15% auf 268p pro Aktie erhöht. Die Aktie legte im Jahresvergleich um 33% auf 13.265p zu, über drei Jahre beträgt das Plus sogar 105,2%.
Wolfson selbst erhielt für das Geschäftsjahr 2025/26 einen Rekordbetrag von £7,4 Millionen – gegenüber £4,9 Millionen im Vorjahr. Der Anstieg erklärt sich durch die maximale Auszahlung aus dem Jahresbonusprogramm sowie die vollständige Fälligkeit zweier LTIP-Tranchen. Der Bonus von £1,45 Millionen basierte auf 150% des Gehalts. LTIP-Zuteilungen trugen £4,7 Millionen bei.
Neue Kennzahlen für langfristige Anreize
Neben den höheren Vergütungsobergrenzen ändert Next auch die Leistungskennzahlen. Der bisherige relative Total Shareholder Return (TSR) im Vergleich zu einer Gruppe von 20 börsennotierten britischen Einzelhändlern wird durch eine EPS-orientierte Kennzahl ersetzt, die auch Barausschüttungen an die Aktionäre über die dreijährige LTIP-Laufzeit berücksichtigt. Hintergrund: Eine Reihe von Insolvenzen in der Einzelhandelsbranche hatte es zunehmend erschwert, eine angemessene Vergleichsgruppe zusammenzustellen.
Das Unternehmen betont, dass die unterschiedlichen Zeitrahmen – jährlicher Bonus versus dreijähriger LTIP – sicherstellen, dass die Kennzahlen „unterschiedlichen, aber komplementären Zwecken dienen". Zudem verstärke die Berücksichtigung von Dividenden im LTIP die Dividendenpolitik des Unternehmens. Auf der letztjährigen Hauptversammlung wurde der Vergütungsbericht mit 91% Zustimmung angenommen.
Die Hauptversammlung von Next findet am Donnerstag, den 21. Mai, um 9:00 Uhr im Leicester Marriott Hotel statt. Vollmachten und Stimmen müssen bis spätestens Dienstag, den 19. Mai, um 9:00 Uhr eingegangen sein.
Reckitt Benckiser: CEO-Gehalt deutlich angehoben
Ebenfalls am 21. Mai hält Reckitt Benckiser (LSE: RKT) seine Hauptversammlung ab – um 14:00 Uhr im London Heathrow Marriott Hotel. CEO Kris Licht erhielt für das Jahr 2025 insgesamt £5,8 Millionen, was weitgehend dem Vorjahresbetrag entspricht. Darin enthalten sind Barmittel und aufgeschobene Aktien im Wert von £2,7 Millionen aus dem Jahresbonusprogramm, das 56% der maximalen Möglichkeit auszahlte.
Lichts Grundgehalt für 2026 wurde um 8% auf £1,24 Millionen erhöht. Dies ist Teil einer gestuften Anpassung über zwei Jahre, nachdem der Vergütungsausschuss festgestellt hatte, dass die Gehaltspositionierung des CEO deutlich unter das untere Quartil des FTSE 30 gefallen war. Licht war im Juni 2023 am unteren Ende der Gehaltsspanne eingestellt worden.
Reckitt erzielte 2025 ein flächenbereinigtes Nettoumsatzwachstum von 5%, angetrieben durch das Kernsegment mit 5,2%. Das bereinigte Betriebsergebnis wuchs um 5,3%, das EPS stieg um 1,1% auf 352,8p. Das Unternehmen gab an, einen Aktionärswert von über £9,5 Milliarden geschaffen zu haben. Eine Sonderdividende nach der Veräußerung des Geschäftsbereichs Essential Home ließ den Aktionären im Februar weitere £1,6 Milliarden zukommen. Die Gesamtdividende für das Jahr steigt um 5% auf 212,2p pro Aktie. Die Reckitt-Aktie legte im Jahresvergleich um 24% auf 6.252,1p zu.
