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Netflix-Aktie auf Zweijahrestief: Kaufchance im Oktober 2026?

Die Netflix-Aktie kämpft mit verlangsamtem Wachstum, schwindendem Wettbewerbsvorteil und einem KGV von 22 – weit unter dem Fünfjahresdurchschnitt.

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Netflix-Aktie auf Zweijahrestief: Kaufchance im Oktober 2026?

Die Aktie von Netflix (NFLX) befindet sich derzeit in ihrer schwierigsten Phase seit dem Ende der Pandemie-Lockdowns zu Beginn des Jahrzehnts. Der Streaming-Riese ist auf ein Zweijahrestief gefallen, und anders als bei früheren Einbrüchen ist diesmal kein klarer Katalysator für eine Erholung in Sicht. Anleger fragen sich daher, ob der aktuelle Kursrückgang eine Einstiegsgelegenheit bietet oder ob die Risiken überwiegen.

Eine Herausforderung nach der anderen belastet die Netflix-Aktie. Das Unternehmen verlor den Bieterstreit um die Übernahme von Warner Bros. Discovery an Paramount (jetzt Skydance) – ein Schritt, der Netflix im Wettbewerb um Inhalte strukturell geschwächt hat. Gleichzeitig finden Zuschauer das Programm zunehmend weniger fesselnd, und der Vorsprung von YouTube (im Besitz von Alphabet) gegenüber Netflix bei den TV-Zuschauerzahlen wächst stetig weiter.

Umsatzwachstum verlangsamt sich spürbar

Hinzu kommt ein verändertes Konsumverhalten: Verbraucher verschieben ihre Ausgaben hin zu lebensnotwendigen Gütern und budgetfreundlichen Optionen. Während das Standard-Abonnement mit Werbung für 8,99 US-Dollar pro Monat noch als erschwinglich gilt, wirkt das werbefreie Premium-Abonnement für 26,99 US-Dollar im aktuellen Marktumfeld teuer. Dies setzt das Umsatzwachstum zusätzlich unter Druck.

Trotz dieser Widrigkeiten kann Netflix noch solide Zahlen vorweisen. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Umsatz auf knapp 25 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Gewinn für denselben Zeitraum belief sich auf 8,7 Milliarden US-Dollar, nach 6 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Allerdings ist ein wichtiges Detail zu beachten: Ohne die 2,9 Milliarden US-Dollar an Zins- und sonstigen Erträgen wäre der Gewinn aufgrund der steigenden Steuerbelastung gesunken.

Analysten prognostizieren für das Gesamtjahr 2026 eine Umsatzwachstumsrate von 13 Prozent, die sich bis 2027 voraussichtlich auf 11 Prozent abschwächen wird. Dieses verlangsamte Wachstum dürfte bei Investoren kaum Begeisterung auslösen – erklärt aber zumindest teilweise den Kursrückgang der vergangenen Monate.

Bewertung deutlich unter dem historischen Durchschnitt

Durch den Kursrückgang ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf 22 gefallen. Das klingt zunächst moderat, doch im historischen Vergleich ist dieser Wert aufschlussreich: In den vergangenen fünf Jahren lag der durchschnittliche Gewinnmultiplikator bei 39. Die Aktie ist also im Vergleich zur eigenen Geschichte günstig bewertet – die entscheidende Frage ist, ob diese niedrigere Bewertung angesichts der strukturellen Herausforderungen gerechtfertigt ist.

Das Kernproblem der Netflix-Aktie ist ihr schwindender Wettbewerbsvorteil. Den Bieterstreit um die Inhalte von Warner Bros. Discovery verloren zu haben, bedeutet, dass das Unternehmen in diesem Rennen ins Hintertreffen geraten ist. Zudem hat Netflix bislang keine überzeugende Alternative zu den kostengünstigeren, nutzergenerierten Inhalten gefunden, die YouTube zum dominierenden Player bei den TV-Zuschauerzahlen gemacht haben.

Fazit: Abwarten oder einsteigen?

Netflix ist im Oktober 2026 wahrscheinlich nicht die offensichtlichste Kaufgelegenheit für Anleger. Das Unternehmen verzeichnet zwar weiterhin zweistelliges Umsatzwachstum und ist mit einem KGV von 22 vergleichsweise günstig bewertet. Doch solange keine neuen Wachstumskatalysatoren erkennbar sind und der Wettbewerbsvorteil weiter erodiert, bleibt die Investitionsthese fragil.

Sollte Netflix jedoch – wie in der Vergangenheit – neue Einnahmequellen erschließen oder die Bewertung noch deutlicher sinken, könnte die Aktie wieder interessant werden. Bis dahin gilt: Netflix bleibt gut positioniert, um sich im Streaming-Markt zu behaupten, muss aber seinen Wettbewerbsvorteil stärken, bevor ein Kauf wirklich überzeugend erscheint.

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