NCC verzeichnet Gewinnrückgang um 37 Prozent im dritten Quartal
Indischer Baukonzern leidet unter schwacher Auftragslage im Straßenbau und einmaligen Sonderbelastungen.

Der indische Baukonzern NCC musste im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen deutlichen Gewinneinbruch hinnehmen. Der konsolidierte Nettogewinn nach Steuern sank um 37 Prozent auf 1,22 Milliarden Rupien (13,5 Millionen Euro), verglichen mit 1,93 Milliarden Rupien im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig ging der Umsatz um 9 Prozent auf 48,68 Milliarden Rupien zurück.
Eine wesentliche Rolle für den Gewinnrückgang spielten einmalige Sonderkosten in Höhe von 336,7 Millionen Rupien. Diese Belastung steht im Zusammenhang mit den neuen indischen Arbeitsgesetzen, die das Unternehmen zu Anpassungen bei den Personalkosten zwangen. Analysten hatten mit einem besseren Ergebnis gerechnet.
Straßenbau unter Druck
Die Hauptursache für die schwache Entwicklung liegt jedoch in der rückläufigen Auftragslage im Straßenbau. Nach Angaben des Wertpapierhauses HDFC Securities war die Vergabe von Straßenbauprojekten im Großteil des laufenden Geschäftsjahres deutlich schwächer als im Vorjahr. Verantwortlich dafür ist die "unzureichende" Auftragsdynamik der National Highways Authority of India, der wichtigsten Bundesbehörde für Straßenprojekte.
Die Zahlen verdeutlichen das Ausmaß des Rückgangs: Von April bis November 2025 wurden lediglich Aufträge für den Bau von 1.951 Kilometern Straßen vergeben – ein dramatischer Einbruch gegenüber 7.538 Kilometern im Vorjahreszeitraum. Auch die tatsächliche Bauleistung halbierte sich nahezu auf 4.621 Kilometer, verglichen mit 10.660 Kilometern im Geschäftsjahr 2025.
Diversifizierung als Ausweg
Angesichts der schwachen Auftragslage im traditionellen Straßenbau setzen indische Infrastrukturunternehmen zunehmend auf Diversifizierung. NCC und Wettbewerber erschließen neue Geschäftsfelder wie erneuerbare Energien und den Bau von Rechenzentren. Mit dieser Strategie wollen sie private Investitionsströme erschließen und sich gegen Risiken einer Wachstumsverlangsamung im klassischen Infrastrukturbau absichern.
Die Neuausrichtung könnte sich für NCC als entscheidend erweisen, um die Abhängigkeit von staatlichen Straßenbauprojekten zu verringern. Analysten beobachten die Entwicklung der Auftragseingänge in den neuen Geschäftsfeldern mit Spannung, da diese über die mittelfristige Ertragskraft des Unternehmens entscheiden werden.
