Nahost-Spannungen belasten asiatische Börsenkurse
Japan trotzt Abwärtstrend mit neuem Wirtschaftspaket und stabilem Nikkei-Index.

Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten haben am Freitag für einen Abwärtstrend an den asiatischen Börsen gesorgt. Marktanalysten beobachten die Entwicklungen mit Sorge, insbesondere nach einem iranischen Raketenangriff, der die Unsicherheit unter Anlegern verstärkt hat. Tony Sycamore, Analyst beim Brokerunternehmen IG, betonte, dass man vermutlich bald eine Reaktion Israels erwarten könne. Zusätzlich beunruhigend sei die Aussage von US-Präsident Joe Biden, dass iranische Öl-Anlagen als mögliche Ziele in Erwägung gezogen wurden. Diese geopolitischen Entwicklungen führten zu Vorsicht an den Märkten, was sich in einem überwiegend negativen Handelstag widerspiegelte.
Im asiatischen Devisenhandel zeigte sich der Dollar ebenfalls von den Entwicklungen beeinflusst. Gegenüber dem Yen verlor er 0,3 Prozent und notierte bei 146,48 Yen. Gleichzeitig legte der Dollar im Vergleich zum chinesischen Yuan leicht zu und stand bei 7,02 Yuan. Gegenüber dem Schweizer Franken verzeichnete der Dollar einen leichten Rückgang um 0,1 Prozent und notierte bei 0,85 Franken.
In Japan herrschte jedoch eine etwas andere Stimmung. Ministerpräsident Shigeru Ishiba gab am Freitag eine Anweisung an sein Kabinett, ein neues Wirtschaftspaket zu schnüren, um die steigenden Lebenshaltungskosten für die Bevölkerung abzufedern. Das Maßnahmenpaket soll auch gezielte Auszahlungen an einkommensschwache Haushalte umfassen, was insgesamt positiv von den Märkten aufgenommen wurde.
Als Reaktion darauf verzeichnete der Nikkei-Index in Tokio einen Anstieg um 0,5 Prozent und erreichte 38.732 Punkte. Auch der breiter gefasste Topix-Index legte um 0,6 Prozent zu und schloss bei 2.699 Punkten. Die japanischen Märkte reagierten somit relativ robust auf die globalen Unsicherheiten und profitierten von den angekündigten wirtschaftspolitischen Maßnahmen.
Die Börse in Shanghai blieb hingegen geschlossen. Damit fanden keine Handelstätigkeiten im Index der wichtigsten Unternehmen aus Shanghai und Shenzhen statt, was den Einfluss der aktuellen Entwicklungen auf diese Märkte nicht bewertbar machte.
