Nahost-Konflikt belastet asiatische Aktienmärkte
Japanische Börse im Minus, Chinas Feiertage stabilisieren Märkte

Die asiatischen Aktienmärkte stehen unter Druck, da die Eskalation im Nahen Osten bei Anlegern Besorgnis über eine mögliche Ausweitung des Konflikts hervorruft. Insbesondere die japanische Börse verzeichnete am Mittwoch erhebliche Verluste. Der Nikkei-Index, der 225 Werte umfasst, schloss den Handelstag mit einem Minus von 12,3 Prozent bei 37.776 Punkten. Der breiter aufgestellte Topix-Index gab ebenfalls nach und verlor 1,6 Prozent auf 2651 Zähler. Auch in Südkorea zeigte sich der Leitindex Kospi schwächer, er fiel um ein Prozent.
Die Unsicherheit wurde durch den iranischen Raketenangriff auf Israel ausgelöst. Die Aussicht auf eine mögliche Eskalation der Spannungen in der Region führte zu einer erhöhten Vorsicht unter den Anlegern. Dies spiegelt sich in den Kursrückgängen wider, insbesondere bei Technologiewerten und anderen Einzelaktien in Japan. So verzeichneten einige Indexschwergewichte aus dem Technologiesektor deutliche Verluste: Die Aktien von Advantest sanken um knapp fünf Prozent, die von Tokyo Electron um knapp vier Prozent. Auch die SoftBank Group, ein bedeutender Technologie-Investor, musste ein Minus von über anderthalb Prozent hinnehmen. Der Konsumbereich blieb von dieser Entwicklung ebenfalls nicht unberührt. Die Titel des Einzelhandelsriesen Fast Retailing rutschten um vier Prozent ab.
China blieb aufgrund der „Goldenen Woche“ feiertagsbedingt von den Börsenturbulenzen weitgehend verschont. Die chinesischen Märkte waren nach dem Nationalfeiertag am Montag weiterhin geschlossen. In Hongkong hingegen kam es zu einer gegensätzlichen Entwicklung. Der Hang-Seng-Index legte am ersten Handelstag nach einem Feiertag um fünf Prozent zu. Diese positive Marktstimmung wurde durch die jüngsten wirtschaftspolitischen Maßnahmen der chinesischen Zentralbank befeuert. Konkret sorgte die Ankündigung vom Montag, die Zinsen für laufende Wohnungsbaudarlehen zu senken, für eine Kauflaune unter den Investoren.
Die geopolitischen Spannungen spielten jedoch weiterhin eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der asiatischen Märkte. Chris Weston von Pepperstone betonte, dass geopolitische Faktoren in der Regel größere Auswirkungen auf die Märkte haben als wirtschaftliche Entwicklungen, Unternehmensgewinne oder Reaktionen der Zentralbanken. Selbst geringfügige Veränderungen in der Rhetorik oder im Verhalten der Konfliktparteien könnten daher erhebliche Auswirkungen auf die Marktstimmung haben. Zwar kündigte der Iran an, seine Raketenangriffe zu beenden, sofern keine weiteren Provokationen von Israel erfolgen. Dennoch erklärten sowohl die USA als auch Israel, dass sie Vergeltungsmaßnahmen planen, was weiterhin für Unsicherheit an den Märkten sorgt.
