Morgan Stanley wappnet sich
US-Großbank erhöht Rückstellungen angesichts unsicherer Marktbedingungen

Morgan Stanley, eine der führenden US-Großbanken, hat im vergangenen Quartal einen Gewinnrückgang verzeichnet. Dieser Rückgang wurde hauptsächlich durch das stagnierende Geschäft in den Bereichen Übernahmen und Fusionen verursacht. Während das Unternehmen im Vorjahresquartal noch einen Überschuss von 2,6 Milliarden Dollar erzielte, waren es in diesem Quartal 2,4 Milliarden Dollar. Das bedeutet einen Rückgang der Gewinne pro Aktie von 1,47 Dollar auf 1,38 Dollar.
James Gorman, der Bankchef von Morgan Stanley, kommentierte die aktuellen Zahlen als solide, insbesondere wenn man die schwierigen Marktbedingungen berücksichtigt. Er betonte auch die positive Entwicklung im Aktien- und Rentengeschäft. Das Investmentbanking, welches sich mit Firmenzusammenschlüssen, Börsengängen und Kapitalmarkttransaktionen beschäftigt, verzeichnete jedoch einen signifikanten Einbruch. Die Gesamteinnahmen in diesem Bereich sanken um beeindruckende 27 Prozent und beliefen sich auf 938 Millionen Dollar.
In Vorbereitung auf mögliche wirtschaftliche Unsicherheiten und eine anhaltende Flaute hat Morgan Stanley beschlossen, seine Rückstellungen für Kreditverluste deutlich zu erhöhen. Die Bank hat Rückstellungen in Höhe von 134 Millionen Dollar getroffen, was fast dem Vierfachen des Vorjahresbetrags entspricht.
Der Bericht von Morgan Stanley kommt in einer Zeit, in der auch andere US-Großbanken ihre Quartalszahlen veröffentlicht haben. Es ist bemerkenswert, dass die Ergebnisse der Banken sehr unterschiedlich ausfallen. Zum Beispiel verzeichnete Goldman Sachs, die führende US-Investmentbank, einen erheblichen Gewinnrückgang von etwa 33 Prozent. Dies war hauptsächlich auf hohe Abschreibungen auf Immobilien-Investments und das GreenSky-Fintech-Geschäft zurückzuführen. Im Gegensatz dazu konnten JPMorgan und Wells Fargo von den jüngsten Zinserhöhungen der US-Notenbank profitieren und signifikante Gewinnsteigerungen erzielen.
