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Morgan Stanley: Globaler Luftfahrtsektor zeigt uneinheitliche regionale Entwicklung

Die Analyse von Morgan Stanley offenbart deutliche Unterschiede zwischen den Regionen – von sinkenden US-Reiseabsichten bis zu starkem Wachstum in China.

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Morgan Stanley: Globaler Luftfahrtsektor zeigt uneinheitliche regionale Entwicklung

Morgan Stanley hat eine umfassende Analyse der globalen Luftfahrtbranche veröffentlicht, die ein gemischtes Bild der wichtigsten Märkte zeichnet. Die Studie beleuchtet Entwicklungen in den USA, Japan, China, Europa und Lateinamerika und zeigt dabei erhebliche regionale Unterschiede auf.

In den Vereinigten Staaten sind die Reiseabsichten der Verbraucher spürbar gesunken. Eine AlphaWise-Umfrage ergab, dass die Reiseabsichten für die nächsten sechs Monate von 64% auf 58% zurückgegangen sind. Dennoch stiegen die Pläne für Sommerreisen im Jahresvergleich an. Die TSA-Passagierdaten verzeichneten im Mai immerhin ein Wachstum von rund 2% gegenüber dem Vorjahr.

Ein interessanter Faktor für den US-Markt ist die bevorstehende FIFA-Weltmeisterschaft 2026. Laut der Umfrage planen 44% der befragten Verbraucher, die WM-Spiele oder damit verbundene Veranstaltungen in den USA zu verfolgen. Vier Prozent beabsichtigen sogar, ein Spiel persönlich vor Ort zu besuchen – ein potenzieller Nachfrageimpuls für den Luftfahrtsektor.

Japan: ANA übertrifft Erwartungen, Einreisetourismus schwächelt

In Japan übertrafen die Quartalsergebnisse von ANA die Markterwartungen, gestützt durch eine vorübergehende Nachfrage aus dem Nahen Osten. Die Luftfracht zeigte strukturelle Zuwächse bei stabilen Preisen mit Blick auf das im März 2027 endende Geschäftsjahr. Gleichzeitig schwächte sich der Einreisetourismus ab: Die Ankünfte aus Europa und den USA verlangsamten sich, und die Gesamtzahl der Ankünfte drehte ins Negative.

Morgan Stanley reagierte auf diese Entwicklung mit einer deutlichen Prognoseanpassung. Die Erwartung für die Inbound-Nachfrage 2026 wurde von plus 0,6% auf minus 8,0% im Jahresvergleich gesenkt. Als Gründe nennt die Bank gestiegene Treibstoffkosten sowie geopolitischen Druck.

China mit starkem Wachstum trotz Preisinflation

Chinesische Fluggesellschaften meldeten für April 2026 ein schwächeres Wachstum vor dem Hintergrund einer Preisinflation. Besonders auffällig ist die Performance von SPA: Die Airline verzeichnete sowohl im Inlands- als auch im internationalen Bereich ein Wachstum der Passagierkilometer (RPK) von 18% gegenüber dem Vorjahr, bei einem bemerkenswert hohen Auslastungsgrad von 92,7%.

Die drei großen chinesischen Fluggesellschaften – die sogenannten „Big Three" – erzielten im Inlandsbereich ein RPK-Wachstum zwischen minus 1% und plus 3% im Jahresvergleich. CA schnitt dabei bei Verkehrs- und Auslastungsverbesserungen überdurchschnittlich ab. Auf internationalen Routen zeigten sich die Big Three widerstandsfähig mit einem RPK-Wachstum von 11% bis 14% gegenüber dem Vorjahr.

Europa: Wachstum verlangsamt sich, Low-Cost-Carrier stark

Das Wachstum des europäischen Flugverkehrs verlangsamte sich im April auf lediglich 0,8% im Jahresvergleich – deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt von 6,3%. Die Auslastungsgrade blieben jedoch stabil bei 85,4%. Besonders die Billigflieger zeigten Stärke: Ryanair verzeichnete im Mai ein Passagierwachstum von 5,6%, Wizz Air sogar von 26,1% gegenüber dem Vorjahr. Norwegian und Finnair verbesserten ihr Verkehrsaufkommen um 2,6% bzw. 6,2%.

Auf dem wichtigen Nordatlantik-Korridor bleibt das Kapazitätswachstum im zweiten und dritten Quartal begrenzt. Die Flugpläne zwischen der EU und Nordamerika weisen lediglich ein Wachstum von 0,9% bzw. 0,1% im Jahresvergleich auf. Barclaycard-Daten zeigen zudem, dass die Ausgaben für Flugreisen in Großbritannien um 12,9% gegenüber dem Vorjahr zurückgingen.

Lateinamerika mit gemischten Signalen

In Lateinamerika bleibt das Bild uneinheitlich. Mexiko verzeichnete einen anhaltenden Rückgang des Passagier- und Flugvolumens, da Fluggesellschaften ihre Kapazitäten angesichts der Volatilität der Treibstoffpreise anpassten. In Brasilien verlangsamte sich das Verkehrswachstum den zweiten Monat in Folge, obwohl die Auslastungsgrade stabil blieben.

Insgesamt zeichnet die Morgan-Stanley-Analyse ein differenziertes Bild der globalen Luftfahrt: Während einige Märkte wie China mit hohen Wachstumsraten glänzen, kämpfen andere Regionen mit nachlassender Nachfrage, steigenden Kosten und geopolitischen Unsicherheiten.

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