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Mit fünf ETFs den Markt schlagen: Geht das wirklich?

Ein Experiment zeigt: Ein selbst zusammengestelltes globales ETF-Portfolio kann den populären FTSE All-World-Tracker überraschend gut herausfordern.

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Mit fünf ETFs den Markt schlagen: Geht das wirklich?

Wer in einen globalen Indexfonds wie den MSCI World oder den FTSE All-World investiert, setzt automatisch stark auf die USA. Mehr als 60 Prozent des bekannten Vanguard FTSE All-World ETF (VWRP) entfallen auf den US-Markt – und damit auf eine Handvoll amerikanischer Technologiegiganten. Dieses Klumpenrisiko beschäftigt Anleger seit Jahren, doch lange Zeit schien es kaum zu schaden, weil US-Aktien die Renditen anführten.

Das vergangene Jahr hat dieses Narrativ jedoch ins Wanken gebracht. Schwellenländer und Japan erzielten deutlich höhere Renditen als der S&P 500, während Großbritannien und Europa zwar geringere, aber dennoch solide Gewinne verzeichneten. Gleichzeitig wachsen die Sorgen um den US-Markt: Bedenken über die Investitionsausgaben für Künstliche Intelligenz, hohe Bewertungen und spekulative Börsengänge stehen im Raum.

Ein Portfolio aus fünf ETFs als Alternative

Dave Baxter von der britischen Investmentplattform Interactive Investor hat daraufhin ein Experiment durchgeführt: Er baute ein gleichgewichtetes Portfolio aus fünf kostengünstigen ETFs auf, das die wichtigsten Aktienmärkte der Welt abdeckt – ohne die starke US-Übergewichtung eines klassischen Welt-ETFs. Jeder der fünf Fonds erhielt dabei exakt ein Fünftel des Gesamtkapitals.

Das Portfolio setzt sich aus folgenden ETFs zusammen:

iShares Core FTSE 100 ETF

(CUKX) – Großbritannien -

iShares Core S&P 500 ETF

(CSP1) – USA -

iShares Core MSCI EM IMI ETF

(EMIM) – Schwellenländer -

iShares Nikkei 225 ETF

(CNKY) – Japan -

Vanguard FTSE Dev Europe ex UK ETF

(VERG) – Europa ohne Großbritannien

Dieser Ansatz verteilt das Kapital gleichmäßig auf fünf große Wirtschaftsregionen und reduziert damit die Abhängigkeit von einzelnen Märkten erheblich. Für deutsche Anleger ist das besonders interessant, da Europa und Schwellenländer in klassischen Weltindizes oft unterrepräsentiert sind.

Rückblick zeigt ermutigende Ergebnisse

Der Rücktest über fünf Jahre liefert bemerkenswerte Zahlen. Der FTSE All-World ETF erzielte in diesem Zeitraum eine Gesamtrendite von rund 80 Prozent in britischen Pfund. Das selbst zusammengestellte ETF-Portfolio blieb dabei nur wenige Prozentpunkte zurück – ein geringer Preis für deutlich mehr Diversifizierung.

In jüngerer Zeit hat das Portfolio sogar die Nase vorn: Im Jahr 2026 erzielte es bisher rund 16 Prozent Rendite, verglichen mit 12,2 Prozent beim FTSE All-World ETF. Im Jahr 2025 waren es fast 19 Prozent gegenüber 14 Prozent beim Vergleichsprodukt. In den Jahren 2024, 2023 und 2021 blieb das Portfolio zwar deutlicher hinter dem FTSE All-World zurück, verzeichnete aber dennoch gute Renditen. Im Ausverkauf des Jahres 2022 schlug es sich sogar etwas besser als der Vergleichsindex.

Beide Optionen lagen dabei recht deutlich vor dem Durchschnitt aktiv verwalteter globaler Fonds und globaler Investment Trusts – was die Stärke des passiven, kostengünstigen Ansatzes unterstreicht.

Was Anleger beachten müssen

Der Aufbau eines solchen Portfolios erfordert etwas mehr Planung als der Kauf eines einzigen Welt-ETFs. Wer fünf Fonds hält, muss regelmäßig – etwa alle sechs Monate – ein Rebalancing durchführen. Dabei werden Gewinner verkauft und Kapital in schwächer gelaufene Positionen umgeschichtet, um die ursprünglichen Gewichtungen wiederherzustellen.

Ohne dieses Rebalancing kann die Diversifizierung schnell verloren gehen. Starke Renditen einzelner Regionen – wie zuletzt bei Schwellenländern und Japan – würden deren Anteil im Portfolio automatisch erhöhen und die ursprünglich angestrebte Gleichgewichtung verschieben.

Darüber hinaus stellt sich die grundsätzliche Frage, ob eine weitere Absicherung über Anleihen, Gold oder Infrastruktur sinnvoll ist – oder ob man Marktrückgänge einfach aussitzt und weiter investiert. Da viele Aktienmärkte derzeit hoch bewertet erscheinen und das KI-Narrativ auch in den Schwellenländern präsent ist, könnten große Märkte durchaus synchron fallen.

Unterm Strich zeigt das Experiment: Ein breit diversifiziertes ETF-Portfolio aus wenigen Bausteinen kann gute Renditen liefern, ohne übermäßige Komplexität zu erzeugen. Für Anleger, die die starke US-Lastigkeit klassischer Weltindizes reduzieren möchten, ist dieser Ansatz eine ernstzunehmende Alternative.

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