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Microsoft nutzt AWS: GitHub kämpft mit KI-bedingten Kapazitätsengpässen

Wegen explodierender KI-Coding-Aktivität greift Microsoft bei GitHub auf die Cloud-Infrastruktur des Konkurrenten Amazon zurück.

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Microsoft nutzt AWS: GitHub kämpft mit KI-bedingten Kapazitätsengpässen

Microsoft (NASDAQ: MSFT) setzt auf die Cloud-Infrastruktur des Rivalen Amazon (NASDAQ: AMZN), um Kapazitätsengpässe bei seiner Software-Entwicklungsplattform GitHub zu bewältigen. Wie Business Insider am Dienstag unter Berufung auf zwei mit den Plänen vertraute Personen berichtete, hat ein massiver Anstieg KI-gestützter Coding-Aktivitäten die Ressourcen von GitHub an ihre Grenzen gebracht. GitHub wird demnach zusätzliche Rechenkapazitäten über Amazon Web Services (AWS) hinzubuchen.

Der Schritt ist bemerkenswert, da Microsoft mit Azure selbst einen der führenden Cloud-Anbieter betreibt und eigentlich das langfristige Ziel verfolgt, GitHub bis 2027 vollständig auf die eigene Azure-Infrastruktur zu migrieren. Nun zwingt der Nachfragedruck das Unternehmen dazu, kurzfristig beim direkten Konkurrenten einzukaufen – ein ungewöhnlicher Schritt in der Cloud-Branche.

Explosives Wachstum durch KI-gestützte Entwicklung

Der Hintergrund des Engpasses ist das rasante Wachstum sogenannter KI-gestützter Programmierwerkzeuge. Diese ermöglichen es Entwicklern, Software deutlich schneller zu erstellen, was die Aktivität auf GitHub drastisch in die Höhe treibt. GitHub Chief Operating Officer Kyle Daigle erklärte im April, dass die sogenannten GitHub-Commits – eine zentrale Kennzahl für Code-Änderungen auf der Plattform – auf dem besten Weg seien, im Jahr 2026 die Marke von 14 Milliarden zu erreichen. Zum Vergleich: Im Jahr 2025 lag dieser Wert noch bei 1 Milliarde.

Dieses vierzehenfache Wachstum innerhalb eines einzigen Jahres verdeutlicht, welchen enormen Druck die KI-Revolution auf die technische Infrastruktur von GitHub ausübt. Besonders die sogenannte „agentenbasierte Entwicklung" (agentic development) – bei der KI-Systeme weitgehend autonom Code schreiben und verwalten – hat die Infrastrukturgrenzen der Plattform auf die Probe gestellt.

Ein Microsoft-Sprecher bestätigte gegenüber Business Insider, dass GitHub grundsätzlich mehrere Cloud-Anbieter nutzt. Eine spezifische Stellungnahme zur Beteiligung von Amazon lehnte der Sprecher jedoch ab. Gleichzeitig räumte er ein, dass der Anstieg der agentenbasierten Entwicklung das Unternehmen dazu veranlasst habe, die Azure-Migration zu beschleunigen und parallel eine Multi-Cloud-Strategie zu verfolgen.

Dutzende schwerwiegende Ausfälle im laufenden Jahr

Die Kapazitätsprobleme haben bereits spürbare Folgen für die Nutzer. Laut dem Bericht von Business Insider verzeichnete GitHub im laufenden Jahr bereits Dutzende schwerwiegende Ausfälle, während die Nachfrage weiter ungebremst stieg. Für Millionen von Entwicklern weltweit – darunter auch zahlreiche deutsche Unternehmen und Softwareentwickler – ist GitHub die zentrale Plattform für die Verwaltung und Zusammenarbeit an Softwareprojekten.

Die Situation zeigt exemplarisch, wie die rasante Verbreitung von KI-Werkzeugen in der Softwareentwicklung die bestehende Infrastruktur der Tech-Branche unter Druck setzt. Selbst ein Technologieriese wie Microsoft mit eigener Cloud-Plattform stößt dabei an Grenzen und muss auf externe Kapazitäten zurückgreifen. Die geplante vollständige Migration von GitHub auf Azure bis 2027 bleibt das erklärte Ziel – doch der Weg dorthin führt offenbar zunächst über den Konkurrenten aus Seattle.

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