Mexikos Zentralbank warnt: Erholung nach Q1-Schrumpfung verläuft langsam
Die Banxico meldet stärkeren als erwarteten Wirtschaftsrückgang im ersten Quartal 2026 und dämpft Hoffnungen auf eine rasche Erholung.

Die mexikanische Zentralbank (Banxico) hat am Donnerstag bekanntgegeben, dass die Wirtschaft des Landes im ersten Quartal 2026 stärker als erwartet geschrumpft ist. Laut dem Protokoll der jüngsten geldpolitischen Sitzung verzeichnete Mexiko eine Kontraktion von 0,8 % im ersten Quartal – ein deutlicher Rückschlag nach dem Wachstum im vierten Quartal des Vorjahres. Die Mehrheit des fünfköpfigen Direktoriums der Banxico betonte dabei Rückgänge in allen wichtigen Wirtschaftssektoren.
Besonders besorgniserregend ist die anhaltende Schwäche im verarbeitenden Gewerbe. Die Industrietätigkeit zeigte sich schleppend, und die Aktivität im verarbeitenden Gewerbe ist im Jahresvergleich bereits seit neun aufeinanderfolgenden Monaten gesunken. Ein Direktoriumsmitglied führte dies vor allem auf die nachlassende Dynamik in der Automobilindustrie zurück. Zudem kam die Erholung im Bergbau- und Energiesektor, die zwei Quartale angedauert hatte, zum Stillstand.
Auch der Dienstleistungssektor, der zuletzt noch einen Aufwärtstrend verzeichnet hatte, unterbrach diesen im ersten Quartal. Schwächen im Hotelgewerbe, in der Gastronomie sowie im Großhandel belasteten die Gesamtentwicklung. Der Privatkonsum schwächte sich in den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 deutlich ab – ein weiteres Zeichen für den breiten wirtschaftlichen Gegenwind.
Exporte als einziger Lichtblick
Trotz der schwachen Binnennachfrage zeigten sich die mexikanischen Exporte widerstandsfähig. Die Zentralbank bezeichnete Exporte als die wichtigste Quelle für das Wirtschaftswachstum und hob hervor, dass die Lieferungen in ausländische Märkte trotz erhöhter globaler Unsicherheit eine erhebliche Stabilität bewiesen. Für eine exportorientierte Volkswirtschaft wie Mexiko ist dies ein bedeutsamer Faktor, auch wenn er allein die binnenwirtschaftlichen Schwächen nicht ausgleichen kann.
Einige Direktoriumsmitglieder wiesen darauf hin, dass sich der Großteil des im vierten Quartal 2025 beobachteten Wirtschaftswachstums im ersten Quartal 2026 wieder umgekehrt habe. Dies deutet darauf hin, dass das vorherige Wachstum weniger nachhaltig war als erhofft und die aktuelle Kontraktion keine kurzfristige Anomalie darstellt.
Zinspause und Inflationsausblick
Auf geldpolitischer Ebene gab das Direktorium der Banxico bekannt, dass der 2024 eingeleitete Zyklus der geldpolitischen Lockerung nun beendet sei. In ihrem Ausblick betonte die Bank, dass es „angemessen sein wird, den Leitzins auf seinem aktuellen Niveau zu belassen". Damit signalisiert die Zentralbank eine klare Zinspause, ohne jedoch konkrete Zeiträume zu nennen.
Hintergrund dieser Entscheidung ist der anhaltende Inflationsdruck. Die mexikanische Inflation lag im April bei 4,45 % im Jahresvergleich – deutlich über dem Zielwert der Banxico von 3 %. Die Zentralbank bezeichnete den jüngsten Inflationsdruck, insbesondere bei Agrarprodukten wie Tomaten, als vorübergehend und prognostiziert, dass sich die Inflation erst im zweiten Quartal 2027 dem Zielwert von 3 % annähern wird.
Innerhalb des Direktoriums gibt es unterschiedliche Einschätzungen zur weiteren Vorgehensweise. Vizegouverneurin Galia Borja argumentierte, dass eine Zinssenkung verhindern könnte, dass sich die Inflation in Richtung des Zielwerts abkühlt. Vizegouverneur Jonathan Heath hingegen möchte, dass die Banxico prüft, ob der aktuelle geldpolitische Kurs ausreicht, um das 3-%-Ziel tatsächlich zu erreichen. Diese interne Debatte zeigt, dass die Zentralbank die Balance zwischen Wachstumsförderung und Inflationsbekämpfung weiterhin sorgfältig abwägen muss.
