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Metro Bank in Turbulenzen

Kapitalbedarf und Kurseinbruch alarmieren Finanzaufsicht

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Metro Bank in Turbulenzen

In einem beispiellosen Sturz erlebt die Metro Bank in Großbritannien derzeit einen erheblichen Einbruch ihrer Aktien- und Anleihekurse, welcher sich angesichts von Berichten über einen signifikanten Kapitalbedarf des Finanzinstituts entfaltet. Ein schwindelerregender Verlust von rund 30 Prozent im Aktienkurs verzeichnete die Bank im frühen Handel in London, während parallel dazu die Anleihekurse um fast vier Prozent fielen. Dieser finanzielle Schock schrumpfte den Börsenwert des Unternehmens auf schätzungsweise 65 Millionen Pfund, was einem drastischen Abfall gegenüber dem Marktwert von 3,2 Milliarden Pfund Ende 2017 entspricht.

Die Unsicherheit und Sorge am Markt scheinen berechtigt, da selbst die britische Finanzaufsicht Alarm schlägt. Vorstandschef Daniel Frumkin und Verwaltungsratsvorsitzender Robert Sharpe wurden unlängst zu Gesprächen mit Repräsentanten der Prudential Regulation Authority (PRA) und Financial Conduct Authority (FCA) in die Bank of England gerufen. Währenddessen verkündete Metro Bank, dass verschiedene Optionen, darunter eine mögliche Kapitalerhöhung durch die Emission von Eigenkapital oder Schuldtiteln sowie Refinanzierungsmaßnahmen und Vermögensverkäufe, sorgfältig geprüft werden. Die Involvierung von Morgan Stanley bei der Kapitalbeschaffung steht ebenso im Raum, wobei noch keine definitive Entscheidung über den Kurs bekannt gemacht wurde.

Die Ratingagentur Fitch, eine Instanz der Kreditbewertung, platzierte Metro Bank in Reaktion auf die Ereignisse auf „negative watch“, unterstreicht damit die wachsende Skepsis gegenüber der finanziellen Stabilität des Finanzinstituts. Dessen Börsenwert hat nicht nur in den letzten Jahren gelitten, sondern auch seit seiner Gründung im Jahr 2010, als es als die erste neue Retail-Bank in London seit über einem Jahrhundert ins Leben gerufen wurde.

Trotz aller Herausforderungen betonte die Metro Bank, dass sie in den Quartalen bis Ende Juni 2023 auf vergleichbarer Basis profitabel gearbeitet habe, mit einem Vorsteuergewinn von 16 Millionen Pfund im ersten Halbjahr. Das finanzielle Drama, welches sich entfaltet, ist jedoch nicht das erste Mal, dass das Institut in Schwierigkeiten steckt. 2019 wurden Bilanzfehler aufgedeckt, was dazu führte, dass Kunden kurzzeitig Einlagen in Höhe von mehr als einer Milliarde Pfund abzogen. Jüngste Ablehnungen der PRA, insbesondere die Verweigerung der Genehmigung, ihren Kapitalbedarf im Hypothekengeschäft mit einem internen Modell zu bestimmen, ließen die Aktien zusätzlich um über 60 Prozent an Wert verlieren.

Mit rund 2,8 Millionen Kunden und etwa 4000 Mitarbeitern ist Metro Bank trotz ihrer jungfräulichen Existenz zu einem namhaften Akteur auf dem britischen Bankenmarkt geworden. Doch ihre Zukunft steht nun, im Angesicht dieser kritischen finanziellen Herausforderungen und des verlorenen Vertrauens sowohl der Aufsichtsbehörden als auch der Investoren, auf wackeligen Beinen.

BankenkriseGroßbritannien

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