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Mercedes-Sparkurs: Källenius fordert fünf Stunden Mehrarbeit pro Woche

Der Autobauer will 800 Millionen Euro Arbeitskosten in Deutschland senken – der Betriebsrat wehrt sich mit klaren Bedingungen.

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Mercedes-Sparkurs: Källenius fordert fünf Stunden Mehrarbeit pro Woche

Bei Mercedes-Benz bahnt sich eine harte Auseinandersetzung über die Zukunft der deutschen Standorte an. Konzernchef Ola Källenius will die Arbeitskosten in Deutschland um 800 Millionen Euro senken. Der Betriebsrat kontert mit klaren Bedingungen und stellt sich hinter die Belegschaft.

Im Zentrum des Sparpakets steht eine Forderung, die viele Beschäftigte unmittelbar trifft: bis zu fünf Stunden kostenlose Mehrarbeit pro Woche. Zusätzlich sollen Sonderzahlungen gestrichen oder das Urlaubsgeld gekürzt werden. Notfalls droht sogar die Schließung von zwei Werken.

Der Betriebsrat weist diese Stoßrichtung entschieden zurück. "Beschäftigte dürfen nicht zur Ausgleichsmasse für Probleme werden, die sie nicht verursacht haben", sagt Ergun Lümali. Die Belegschaft sei nicht die Ursache der Schwierigkeiten, betont der Arbeitnehmervertreter.

Betriebsrat will deutsche Standorte erhalten

Lümali macht deutlich, dass der Betriebsrat die deutschen Standorte erhalten und zukunftsfähig führen will. Man führe Gespräche, aber keine Verhandlungen mit dem Vorstand. Bei Aktionstagen fordert die Belegschaft eine klare Zukunftsstrategie für die Standorte.

Zugeständnisse der Beschäftigten macht der Betriebsrat von klaren Zusagen abhängig. Beiträge könne es nur geben, wenn der Vorstand Investitionen und Standorte zusichert. Die Mitbestimmung dürfe dabei nicht ignoriert werden, so Lümali.

Der Arbeitnehmervertreter verweist darauf, dass die Beschäftigten bereits Flexibilität gezeigt und finanzielle Beiträge geleistet hätten. Im Jahr 2025 gab es eine Einmalzahlung von 600 Euro, eine weitere von 650 Euro, eine Ergebnisbeteiligung von 3139 Euro sowie eine Extrazahlung von 18,4 Prozent des persönlichen Entgelts. Hinzu kamen bis zu acht zusätzliche Urlaubstage.

Druck von Kapitalmarkt und internationalem Wettbewerb

Hintergrund der Auseinandersetzung ist ein grundlegend verändertes Umfeld. China hat sich verändert, der internationale Wettbewerb ist härter geworden. Die Transformation stellt alle Hersteller vor enorme Herausforderungen. Vorstand und Vorstandsvorsitzender stehen sichtbar unter Druck, auch weil der Kapitalmarkt in der Krise nicht immer erfüllbare Erwartungen hat.

Lümali fordert wettbewerbsfähige Energiepreise und schnellere Genehmigungen. Er verlangt Investitionen in die Infrastruktur und eine aktive Industriepolitik. Die Verantwortung sieht er bei Unternehmen, Politik und Arbeitnehmern gleichermaßen.

"Die Transformation kann nicht gegen die Beschäftigten erfolgreich umgesetzt werden – nur mit ihnen", sagt Lümali. Die Zukunft des Autobauers entscheide sich auch in den Vorstandsetagen, in Berlin und in Brüssel.

Was bedeutet das für Anleger?

Für Privatanleger ist der Konflikt ein Risikofaktor, den es zu beobachten gilt. Ein harter Arbeitskampf kann die Umsetzung der Sparziele verzögern und die angestrebten Einsparungen gefährden. Zugleich zeigt der Streit, wie stark der Druck auf die deutsche Autoindustrie insgesamt gewachsen ist.

Die zentrale Frage lautet, ob sich Vorstand und Betriebsrat auf einen gemeinsamen Weg verständigen. Solange die Fronten verhärtet sind, bleibt die Unsicherheit für die Belegschaft und für den Standort Deutschland hoch. Anleger sollten die weiteren Gespräche zwischen Management und Arbeitnehmervertretern aufmerksam verfolgen, denn sie entscheiden mit darüber, wie schnell Mercedes die Transformation bewältigt.

Klar ist: Die Beschäftigten sollen nach dem Willen des Betriebsrats nicht die Rechnung für Probleme zahlen, die sie nicht verursacht haben. Ob der Vorstand diesem Kurs folgt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.

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