ANZEIGE

Mercedes in der Krise: Aktie bricht ein

Chinesische Absatzschwäche und sinkende Margen belasten den Autobauer deutlich

2 Min
Mercedes in der Krise: Aktie bricht ein

Mercedes-Benz hat kürzlich die erste Gewinnwarnung seit mehreren Jahren ausgesprochen, was an den Börsen für erhebliche Unruhe sorgte. Die Aktie des Stuttgarter Autobauers sank infolge einer drastischen Prognoseanpassung zeitweise um über acht Prozent. Analysten wie Daniel Schwarz von der Investmentbank Stifel Europe zeigten sich überrascht und enttäuscht über den Umfang der Warnung. Für das Gesamtjahr erwartet Mercedes in seiner Pkw-Sparte nur noch eine bereinigte Umsatzrendite von maximal 8,5 Prozent, anstatt der ursprünglich angepeilten elf Prozent. Im zweiten Halbjahr wird die Marge voraussichtlich auf etwa sechs Prozent sinken.

Besondere Sorgen bereitet Mercedes die schwache Nachfrage in China, einem der wichtigsten Märkte des Unternehmens. Mehr als ein Drittel der Neuwagen des Konzerns wird in der Volksrepublik verkauft. Die anhaltende Immobilienkrise in China führt jedoch dazu, dass selbst wohlhabende Kunden ihre Kaufentscheidungen zurückhaltend treffen. Mercedes-Chef Ola Källenius wies darauf hin, dass diese Kaufzurückhaltung noch anhalten könnte. Der gesamte Absatz von Pkw werde daher in diesem Jahr unter zwei Millionen Fahrzeuge bleiben.

Ein weiteres Problem stellt das sogenannte Top-End-Segment von Mercedes dar, das Fahrzeuge umfasst, deren Grundpreis bei über 100.000 Euro liegt. Diese besonders profitablen Modelle, wie Limousinen und SUVs, werden im Jahr 2024 um mindestens neun Prozent schrumpfen. Im Vorjahr konnte Mercedes noch 328.000 dieser Fahrzeuge absetzen, doch für das laufende Jahr werden es weniger als 300.000 sein. Finanzchef Harald Wilhelm gab zudem an, dass das Wachstum im Bereich der Elektrofahrzeuge bei Mercedes nicht schnell genug voranschreite. Um dem entgegenzuwirken, werde das Unternehmen verstärkte Maßnahmen ergreifen, ohne jedoch genauere Details zu nennen.

Hinzu kommt, dass einige der wichtigsten Händlergruppen von Mercedes in China mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Laut Wilhelm werde Mercedes im zweiten Halbjahr verstärkte Unterstützung leisten, um sicherzustellen, dass diese Händlergruppen die Situation überstehen.

Aktionärsvertreter wie Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz sehen in der wachsenden Abhängigkeit von China eine zunehmende Herausforderung für Mercedes. Chinesische Wettbewerber wie BYD oder Nio haben in den letzten Jahren erheblich aufgeholt, was den Druck auf deutsche Hersteller erhöht. Finanzchef Wilhelm kündigte angesichts der aktuellen Lage einen neuen Sparkurs an, während CEO Källenius versicherte, dass Mercedes aktiv auf die Herausforderungen reagieren werde, ohne jedoch langfristiges Wachstum zu gefährden.

Mercedes-BenzFinanzenAktienBörseChina

Meistgelesene News

  1. Tesla am Scheideweg: Rekordumsatz trifft auf milliardenschwere KI-Ambitionen
  2. Chevron und Halliburton: Öldeal mit Venezuela treibt Aktienkurse an
  3. Teslas 25-Milliarden-Wette: Vom Autobauer zum KI-Roboter-Konzern
  4. Führungswechsel bei Volksbank Brawo und L3Harris erschüttern Märkte
  5. Nvidia dominiert KI-Markt: 5,2 Billionen Dollar Marktwert und neue Rekorde

Disclaimer