Mercedes beendet Partnerschaft mit BYD bei Denza
Nach einem Jahrzehnt ohne Erfolg zieht sich Mercedes aus dem Gemeinschaftsprojekt zurück

Mercedes-Benz hat sich nach einem Jahrzehnt der Zusammenarbeit von der chinesischen Elektroautomarke Denza getrennt. Das Gemeinschaftsprojekt mit dem Elektroautopionier BYD, das ursprünglich große Erwartungen weckte, ist damit beendet. Laut Angaben eines Unternehmenssprechers von Mercedes-Benz trennte sich der deutsche Autobauer bereits im Juli 2024 von seinem letzten verbleibenden Anteil an Denza. BYD ist nun der alleinige Anteilseigner. Der Rückzug von Mercedes aus dem Projekt war lange geplant, und bereits im Jahr 2021 wurde die Entscheidung getroffen, sich schrittweise aus der Partnerschaft zurückzuziehen. Im selben Jahr reduzierte Mercedes seinen Anteil von 50 auf 10 Prozent, bevor es 2024 endgültig alle Anteile abgab.
Das Gemeinschaftsprojekt, das vor über einem Jahrzehnt mit großen Ambitionen gestartet war, hatte für Mercedes-Benz jedoch nie den erhofften Erfolg gebracht. Das erste Modell, der Denza 500, sollte als „sicherstes und bestdurchdachtes“ Elektroauto in China für chinesische Kunden vermarktet werden. Doch das Fahrzeug, das stark an die B-Klasse von Mercedes erinnerte, konnte auf dem Markt nicht bestehen. Von der Markteinführung im Jahr 2014 bis zur Einstellung des Modells im Jahr 2020 wurden lediglich 23.300 Fahrzeuge verkauft. Auch das Nachfolgemodell, der Denza X, konnte die Erwartungen nicht erfüllen. Zwischen 2020 und 2023 wurden lediglich 9600 Einheiten verkauft, bevor auch dieses Modell eingestellt wurde.
Der Denza X war ein gut konstruiertes Fahrzeug, das von der Zusammenarbeit zwischen Mercedes und BYD profitierte. Mercedes war für das Design und die Technik verantwortlich, während BYD die Produktion übernahm und die Batterie beisteuerte. Trotzdem erwies sich das Fahrzeug als zu teuer für den chinesischen Markt. Mit einem Preis von umgerechnet rund 40.700 Euro war es für viele potenzielle Käufer schlichtweg unerschwinglich. Zudem wurde das Modell in den Showrooms von Mercedes-Händlern angeboten, was nicht zu dem Mittelklasseimage von Denza passte.
Obwohl Mercedes und BYD erhebliche finanzielle Mittel in das Projekt investierten, konnten die Fahrzeuge erst nach dem vollständigen Rückzug von Mercedes an Marktrelevanz gewinnen. Seit BYD die operative Kontrolle über Denza übernommen hat, verzeichnet die Marke steigende Verkaufszahlen. Insbesondere das Modell Denza D9, eine Großraumlimousine, hat sich auf dem Markt etabliert. 2023 konnte Denza in China bereits 114.000 Fahrzeuge absetzen, eine deutliche Steigerung gegenüber den Vorjahren. Mercedes wird an diesem Erfolg allerdings nicht mehr teilhaben.
