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Massachusetts ernennt neuen Cannabis-Chef für 1,65-Milliarden-Markt

Gouverneurin Maura Healey besetzt die Cannabis Control Commission komplett neu und leitet damit eine umfassende Reform ein.

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Massachusetts ernennt neuen Cannabis-Chef für 1,65-Milliarden-Markt

Gouverneurin Maura Healey hat am Dienstag Christopher Harding zum neuen Vorsitzenden der Cannabis Control Commission (CCC) von Massachusetts ernannt. Harding, ehemaliger staatlicher Steuerkommissar, übernimmt die Aufsicht über einen Cannabismarkt mit einem jährlichen Volumen von 1,65 Milliarden US-Dollar. Er tritt die Nachfolge von Shannon O'Brien an, die nach ihrer Entlassung inmitten eines heftigen Streits vorübergehend wieder als oberste Regulierungsbehörde eingesetzt worden war.

Harding bringt umfangreiche Erfahrung in der staatlichen Verwaltung mit. Neben seiner Tätigkeit als Steuerkommissar unter dem ehemaligen Gouverneur Charlie Baker war er Stabschef und Unterstaatssekretär im Executive Office of Health and Human Services. Zudem saß er im staatlichen Cannabis Advisory Board, das die CCC in regulatorischen Fragen unverbindlich beriet.

Healey ernannte neben Harding auch Xiomara DeLobato und Anthony Wilson für die neu formierte dreiköpfige Kommission. Damit hat die Gouverneurin die CCC personell vollständig neu aufgestellt. „Diese Ernannten bringen starke Führungs- und Managementerfahrung mit, und ich bin zuversichtlich, dass sie dazu beitragen werden, die Kommission und die Branche voranzubringen", erklärte Healey in einer offiziellen Mitteilung.

Neustart nach Jahren der Kritik

Die Entscheidung zur Neubesetzung kommt nicht überraschend. Gesetzgeber und Branchenvertreter hatten die Kommission jahrelang als ineffektiv und dysfunktional kritisiert – eine Einschätzung, die durch eine im vergangenen Jahr veröffentlichte staatliche Prüfung gestützt wurde. „Angesichts der bisherigen Ereignisse halte ich es für wichtig, einen Neuanfang zu wagen und die Dinge aus einer frischen Perspektive zu betrachten", sagte Healey gegenüber Journalisten.

DeLobato ist Vizepräsidentin und Stabschefin beim Western Massachusetts Economic Development Council, wo sie an regionalen Initiativen, Geschäftspartnerschaften und der Personalentwicklung gearbeitet hat. Wilson ist ein auf Cannabisrecht spezialisierter Anwalt, der Betreiber und Start-ups in Massachusetts beraten hat und Erfahrung aus der Kommunalverwaltung in Springfield und Cambridge mitbringt.

Die Unruhen bei der CCC waren zu einem wiederkehrenden Thema geworden, während der Marihuana-Markt in Massachusetts reifte. Betreiber hatten zunehmend auf eine berechenbarere Aufsicht und schnellere politische Entscheidungen gedrängt. Die Neubesetzung geht nun mit einer umfassenden Reform des staatlichen Cannabisgesetzes einher.

Weitreichende Gesetzesreformen für den Cannabismarkt

Die neue CCC startet mit einem deutlich veränderten regulatorischen Rahmen. Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:

  • Cannabisunternehmen können eine von drei Lizenzen für den sozialen Konsum oder Cannabis-Lounges beantragen
  • Die Obergrenze für Lizenzen für Marihuana-Einzelhändler wird von drei auf sechs angehoben
  • Cannabis darf in Städte und Gemeinden geliefert werden, die den Einzelhandel bisher untersagt haben
  • Medizinische Cannabisunternehmen müssen nicht mehr vertikal integriert sein und können Cannabis von anderen Anbaubetrieben im Großhandel beziehen

Unabhängig von den Gesetzesreformen wird die CCC auch weitere dringende Themen erörtern. Dazu gehört ein vorübergehender Stopp für neue Anbaugenehmigungen, der am 16. Juni beginnen soll. Außerdem steht eine Aktualisierung der staatlichen Protokolle für kommerzielle Cannabis-Labortests auf der Agenda, um die künstliche Erhöhung der THC-Potenz und Laborbetrug einzudämmen.

Die neu formierte Cannabis Control Commission wird am 28. Mai zum ersten Mal zusammentreten. Für die Cannabisbranche in Massachusetts bedeutet die Neuaufstellung der Behörde die Hoffnung auf stabilere und effizientere Regulierung – nach Jahren interner Turbulenzen, die das Wachstum des Marktes gebremst hatten.

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