Malaysia ermittelt wegen Korruption bei Arm-Holdings-Deal
Die malaysische Antikorruptionsbehörde untersucht ein 279-Millionen-Dollar-Geschäft mit dem britischen Chiphersteller Arm Holdings.

Die malaysische Antikorruptionskommission (MACC) hat Ermittlungen wegen Korruptions- und Betrugsvorwürfen im Zusammenhang mit einem Staatsgeschäft eingeleitet. Dabei geht es um einen Vertrag im Wert von 1,1 Milliarden Ringgit – umgerechnet rund 279 Millionen US-Dollar – zwischen der malaysischen Regierung und dem britischen Chipdesigner Arm Holdings. MACC-Chef Azam Baki bestätigte die Ermittlungen auf einer Pressekonferenz am Mittwoch in Kuala Lumpur.
Arm Holdings ist eines der weltweit bedeutendsten Halbleiterunternehmen und liefert Chip-Architekturen, die in nahezu allen modernen Smartphones verbaut sind. Das Unternehmen, das mehrheitlich dem japanischen Softbank-Konzern gehört, ging erst 2023 an der Nasdaq an die Börse. Ein staatlicher Vertrag dieser Größenordnung in Malaysia wäre für das Unternehmen ein bedeutendes Engagement in Südostasien.
Zweite Untersuchung betrifft Sunway-IJM-Übernahme
Parallel zu den Arm-Holdings-Ermittlungen prüft die MACC auch eine geplante Unternehmensübernahme. Der malaysische Mischkonzern Sunway plant demnach, den Infrastruktur- und Baukonzern IJM Corp zu übernehmen – auch dieser Vorgang steht unter dem Verdacht der Unregelmäßigkeiten. Azam Baki nannte keine weiteren Details zu den konkreten Vorwürfen in diesem Fall.
Die Ermittlungen fallen in eine Phase erhöhter geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheit in der Region. Asiatische Aktienmärkte stehen derzeit unter erheblichem Druck: Der südkoreanische Leitindex KOSPI brach zeitweise um mehr als elf Prozent ein, woraufhin der Handel vorübergehend ausgesetzt wurde. Auch steigende Spannungen im Nahen Osten und Inflationssorgen belasten die Stimmung an den Märkten.
Für deutsche Anleger, die in Arm Holdings oder in malaysische Märkte investiert sind, könnten die Ermittlungen kurzfristig für Unsicherheit sorgen. Arm Holdings ist seit dem Börsengang 2023 auch für europäische Investoren zugänglich und gilt als Schlüsselakteur im globalen Halbleitersektor. Der Ausgang der Untersuchungen dürfte die weitere Geschäftsentwicklung des Unternehmens in der Region beeinflussen.
