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Lululemon: Schwacher Ausblick durch Zölle und Aktionärsstreit

Der Athleisure-Konzern enttäuscht mit seiner Prognose für 2026 – Zollbelastungen und ein eskalierender Machtkampf mit Gründer Chip Wilson belasten das Ergebnis.

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Lululemon: Schwacher Ausblick durch Zölle und Aktionärsstreit

Lululemon hat am Dienstag einen deutlich schwächeren Ausblick für das Geschäftsjahr 2026 vorgelegt als von Analysten erwartet. Sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn je Aktie verfehlte der kanadische Sportmodehändler die Konsensschätzungen erheblich. Die Aktie steht damit erneut unter Druck – nach mehr als einem Jahr unterdurchschnittlicher Performance.

Für das laufende erste Quartal erwartet Lululemon einen Umsatz zwischen 2,40 und 2,43 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten laut LSEG mit 2,47 Milliarden Dollar gerechnet. Der Gewinn je Aktie soll zwischen 1,63 und 1,68 Dollar liegen – weit unter den erwarteten 2,07 Dollar.

Auch die Jahresprognose enttäuscht: Lululemon rechnet für 2026 mit einem Gesamtumsatz zwischen 11,35 und 11,50 Milliarden Dollar, während Analysten 11,52 Milliarden Dollar erwartet hatten. Der prognostizierte Gewinn je Aktie von 12,10 bis 12,30 Dollar bleibt ebenfalls hinter den Schätzungen von 12,58 Dollar zurück.

Zölle kosten Lululemon 220 Millionen Dollar netto

Ein wesentlicher Belastungsfaktor sind die US-Zölle unter Präsident Donald Trump sowie das Ende der sogenannten De-minimis-Ausnahmeregelung für Kleinsendungen. Auf Bruttobasis erwartet Lululemon für 2026 Zollkosten von 380 Millionen Dollar, nach 275 Millionen im Vorjahr. Nach Gegenmaßnahmen wie Verhandlungen mit Lieferanten beziffert das Unternehmen die Nettobelastung auf 220 Millionen Dollar.

Preiserhöhungen zur Weitergabe der Mehrkosten an Verbraucher sind derzeit nicht geplant. Das ist bemerkenswert, da Lululemon zuletzt bereits verstärkt Rabatte einsetzte, um Lagerbestände abzubauen – eine Strategie, die das Premiumimage der Marke belastet. CFO Meghan Frank erklärte, das Unternehmen wolle in diesem Jahr zu einem Vollpreisgeschäft zurückkehren, was kurzfristig den Umsatz belasten werde.

Das Weihnachtsquartal verlief noch besser als erwartet: Im vierten Geschäftsquartal (Ende 1. Februar) erzielte Lululemon einen Umsatz von 3,64 Milliarden Dollar – ein Plus von rund einem Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn sank jedoch deutlich auf 586,9 Millionen Dollar bzw. 5,01 Dollar je Aktie, verglichen mit 748,4 Millionen Dollar bzw. 6,14 Dollar je Aktie im Vorjahreszeitraum.

Machtkampf mit Gründer Chip Wilson eskaliert

Zusätzlich zur operativen Belastung kämpft Lululemon mit einem öffentlichen Stellvertreterkrieg. Firmengründer und Großaktionär Chip Wilson fordert Änderungen im Verwaltungsrat und wirft dem Management vor, die kreative Vision des Unternehmens vernachlässigt zu haben.

Kurz vor der Ergebnisveröffentlichung gab Lululemon bekannt, dass Chip Bergh, ehemaliger CEO von Levi Strauss, in den Verwaltungsrat berufen wird. Unter Berghs 13-jähriger Führung steigerte Levi's den Umsatz um rund 30 Prozent, unter anderem durch eine profitablere Direktvertriebsstrategie. Bergh gehört nicht zu Wilsons Kandidatenliste, seine Berufung signalisiert jedoch Reformbereitschaft.

Einen Teilerfolg konnte Wilson dennoch verbuchen: Verwaltungsratsmitglied David Mussafer, geschäftsführender Partner der Private-Equity-Gesellschaft Advent, wird sich bei der Hauptversammlung 2026 nicht zur Wiederwahl stellen. Wilson hatte Mussafer öffentlich kritisiert, weil dieser den Kandidatenauswahlprozess leitete, während er selbst zur Wahl stand – ein potenzieller Interessenkonflikt.

Amerika schwächelt, China wächst

Geografisch zeigt sich ein deutliches Ungleichgewicht: Der flächenbereinigte Umsatz in der wichtigsten Region Amerika stagniert seit rund zwei Jahren. Für 2026 rechnet Lululemon dort mit einem Umsatzrückgang von einem bis drei Prozent. In China hingegen wird ein Wachstum von rund 20 Prozent erwartet, der Rest der Welt soll im mittleren zweistelligen Prozentbereich zulegen – allerdings ausgehend von einer deutlich kleineren Basis.

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